Jahrgang 
111 (2008) / N.S. 62
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LXII/ 111

Volkskunde war Organisator für das komplette Programm zweier Interna-tionaler Komitees, jenes der Ethnologischen Museen( ICME) und der Ko-stüm- und Modehistoriker( Costume) und Gastgeber und Mitorganisator fürdas Komitee der Regionalmuseen( ICR), der Kulturvermittler( CECA) undder sich neu formierenden Gruppe für ,, Bürgerschaftliches Engagement in

Museen".

International Committee for Museums and Collections ofEthnography( ICME)

Wäre es nicht wunderbar, wenn man in wenigen Stunden die ganze Weltbesichtigen könnte? Und das alles ohne Jet- Lag, Flugangst und Umwelt-verschmutzung? Ohne Zeitverschiebung, fremdes Essen und ungewohnteHygienebedingungen? Vielleicht sogar in der Mittagspause oder am langenDonnerstag, einfach nach der Arbeit? ,, Universalität lautet das passendeSchlagwort aus der Museumssprache: vielseitig, allgemein, umfassend. Obdieses Bild eine Idealvorstellung oder eine Horrorvision ist und inwiefernMuseen diesem Ziel nachstreben sollen bzw. können, versuchten die Ethno-logen bei der Konferenz zu ergründen.

ICME vereint rund sechshundert weltweit an Museen tätige EthnologIn-nen und KulturanthropologInnen und hält jährliche Konferenzen an wech-selnden Orten ab. Die Bandbreite der Themen ist auf der Homepage vonICME unter http://museumsnet.no/icme/conf.html zu finden. In Wien tagteICME zum Thema: ,, The World under One Roof: Past, Present and FutureEthnographic Approaches to Universality. Rund 70 internationale Exper-ten und Expertinnen beschäftigten sich drei Tage lang an der UniversitätWien vorwiegend mit der Frage der Herangehensweise ethnologischer Mu-seen an eine weltumspannende Universalität.

Tag eins begann mit einer gemeinsamen Sitzung mit dem Komitee fürRegionalmuseen( ICR). Dementsprechend war dieser Tag von regionalenAnwendungen des Konzeptes Universalität geprägt. Wie wird mit universa-lem Erbe umgegangen, wie mit regionalen Besonderheiten? Wie lassen sichkulturelle Kleinsträume umfassend zu einem Gesamtbild verbinden bzw. isteine derartig umfassende Darstellung überhaupt gewünscht? Die einzelnenRedner versuchten sich dem Thema durch persönliche Erfahrungen in ihremmusealen und kulturellen Umfeld zu nähern. Nach der Mittagspause wurdedie frisch gepresste ICR- DVD bzw. die neu erstellte Homepage des Komi-tees( http://www.icr-icom.org) vorgestellt.

Am zweiten Tag rückte ICME das Schlagwort ,, Universalität ins Zen-trum des Programms. Wollen bzw. wie können ethnographische Museen die