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neuerDings
ÖZV LXII/ 111
che den Rahm abschöpfen. Denkbar wäre auch eine Verwendung als Teig-schüssel, oder das Stück war einfach ein handwerkliches ,, Bravourstück“.
Objektbeschreibung:
TIEFE SCHÜSSEL
Inv. Nr.: ÖMV 82.503
H= 24,5 cm, BodenDm: 47,5 cm, innerer RandDm: 67,5 cm, äußererRandDm: 75 cm, etwa 25 kg schwer
Gmunden, Oberösterreich, Anfang 20. Jahrhundert
Fayence, hellrote Scherbenfarbe( RAL Design 070 50 30), Gefäß an derAußenseite unglasiert, innen glasiert.
Leicht aufgewölbter Standboden, 10 Eisenklammern von etwa 5 cmLänge halten einen Sprung im Boden zusammen. Die Öffnungen um die
Klammern wurden mit Zement verstrichen. Die Außenseite der Schüsselzeigt leichte Drehspuren, an manchen Stellen ist der Ton verschmiert. Ander Außenseite der Schüssel sind ebenfalls vier Klammern angebracht, eineweitere im Rand. Auf und unter dem verstärkten Rand verläuft eine Zierlei-ste durch Rollstempelung.
Der Standboden ist am Rand abgeschrägt, das Gefäß steigt darüberzwei cm zylindrisch in die Höhe und geht dann über zu gerade aufsteigenderWandung mit waagrecht abgeflachtem Rand.
Flacher Spiegel, gerundeter Übergang zur nicht gebauchten Wandung,kantiger Umbruch zu einseitig außen verstärktem Rand( ,, Lippenrand").Eine wellenlinienförmige Rille verläuft unterrandständig an der innerenWandung entlang. Keine Eisenklammern an der Gefäßinnenseite, die Ober-fläche ist mit einer grünstichigen Zinndioxidglasur bedeckt( RAL Design120 80 10), darüber sechs Reihen grüne Wellenlinien als Dekormotiv( RALDesign 150 40 20) an der Wandung. Den Spiegel bedeckt die großflächigeDarstellung einer langstieligen kupferoxidgrünen Blüte in der Art einerSonnenblume mit großen Blättern( RAL Design 150 60 20).
Herkunft: Das Objekt wurde samt 13 anderen kleineren Schüsseln durchVermittlung von Franz Muhr aus Thalheim bei Wels von Mag. Klaus Mülleraus Wien im November 2004 angekauft.
Zustand: Gut. Die Klammerung geht auf einen alten Bruch zurück. Anmanchen Stellen ist die Glasur abgeplatzt, dadurch werden weiße kornför-mige Einschlüsse, sog. Kalkspatzen, im Ton sichtbar.
Claudia Peschel- Wacha
5 Bauer, Ingolf: Hafnergeschirr aus Altbayern. 2. Aufl., München/ Berlin 1980(=Kataloge des Bayerischen Nationalmuseums; Bd. 15, I), vgl. die abgebildetentiefen Schüsseln in Form der sog. Salzburger Milchschüsseln unter Kat.-Nr. 335und 371.