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Franz Grieshofer
ÖZV LXII/ 111
wird. Ober der Herdfeuerstelle hängt an drehbarer Eisenstütze derKupferkessel, in kleiner Nische befindet sich der grünglasierte Salz-hafen, auf dem Herde stehen ein Feuerbock und eine Feuerkrücke undmehrere Dreifüße( Häfenstanderln), auf der Backofenmauer stehenein Ölkrug und ein hölzerner Mörser, daran sind angelehnt einigeOfengabeln und ein Ofenwagen, unter dem Herd ist eine Nische fürHolz und seitlich eine Nische mit eingebauter Hühnersteige. DerSchüsselkorb( Geschirrstelle) enthält Strohkörbe( Brotloazn), Holz-teller, Milchschüsseln( Milchreindl), darunter eine Bank mit Kübel( Sechter) und, Mehlschaffeln, nebenan ein Löffelbrett mit Quirl,Nudellöffel, ein Hackmesser( Hackbarschtl) und ein, Nudelschupf-brettl. An Ketten hängend sehen wir eine, Spanrasn', darunter ein, Löffelbrettl' mit, Schmarrnschäuferln'( Sterz- und Muasschäuferln),ein, Krapfenradl', ein, Salzbagl', ein Wiegenmesser( Wiagen) und die„ Schmarrnpfanne*.
An den gesondert eingemauerten, Saukessel zum Abkochen desSchweinfutters sind zunächst angelehnt: ein Broteinschubbrett( Ofenschüssel), eine, Krauthebe' und ein Butterfaß( Strodlkübl)." Anweiteren Geräten, die alle aus dem Bezirk Deutsch- Landsberg stam-men, zählt Lacher noch ein Löffelkörbchen, Spanleuchter, einenKlapptisch mit Lade, einige Stühle, ein ,, Schaffl" und einen Butter-rührkübel auf einem Gestell auf. Abschließend schreibt Lacher: ,, IhreBedeutung für die Volkskunde wird immer mehr gewürdigt, aber auchder pädagogische Wert dieser schlichten Dinge des Alltags für unserhandwerkliches Schaffen kann nicht hoch genug angeschlagen wer-den. Diese scheinbar schmucklosen Sachen sind so gesund konstru-iert, zeigen so klare und logische Grundformen, die es verdienen,recht gründlich studiert zu werden, um unsere moderne Produktionvor unzweckmäßiger, daher auch hässlicher Überladung zu bewah-ren." Hier spricht ein kunstgewerblicher Ästhet und kein Ideologe.27
In einem Vortrag über„ Die Aufgaben der Kunstgewerbemuseenauf culturhistorischem Gebiete", den Lacher 1901 auf der Tagung derKunstgewerbemuseen in Graz hielt, formulierte er die Leitgedankenseiner Museumsarbeit: 28,, Mit der Ausgestaltung der Kunstgewerbe-
27 Übrigens wurde diese Rauchküche von Viktor Geramb eins zu eins ins Volks-kundemuseum übertragen.
28 Lacher, Karl: Die Aufgaben der Kunstgewerbemuseen auf culturhistorischemGebiete. Im Selbstverlag des Verfassers, Graz 1901; Wiederabdruck in: Gawa-lowski: Karl Lacher( wie Anm. 10), S. 81–87.