Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde111 (2008) / N.S. 62Grieshofer, Franz: Karl Lacher – ein „übergangener“ Volkskundler der Steiermark

  
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Karl Lacher – ein „übergangener“ Volkskundler der Steiermark : zum Gedenken an den bedeutenden Museologen zu seinem hundertsten Todestag am 15.1.2008
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2008, Heft 1 Karl Lacher ein ,, übergangener" Volkskundler der Steiermark

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jene von Matthäus Loder( in Kopien), die dieser im Auftrag vonErzherzog Johann gemalt hatte. ,, Man muss staunen, dass es gelungenist, so viel charakteristische Costüme zusammenzufinden, die inhübschen Figurinen reichlich zu Ausstellung gebracht sind Sehranziehend ist all das Kleinzeug, wie es zum Essen und Trinken oder sonstzur Nothdurft des Lebens erforderlich ist. Es handelt sich dabei, wieHaberlandt erkennt, häufig um Erzeugnisse der Hausindustrie.

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,, Gegenstände der steirischen Zünfte, die kirchliche Kunst- Indu-strie mit der rege entwickelten Wallfahrtskunst schließen sich weiter-hin an, um schließlich den Mustersammlungen Platz zu machen, beiwelchen in erster Linie jene Zweige des Kunstgewerbes berücksich-tigt wurden, welche im Lande Pflege genossen. Sie umfassen vorallem Werke der Schmiede-, Keramik- und Textilkunst.

Mit der Errichtung des, Culturhistorischen- und Kunstgewerbe-Museums" in einem eigenen, speziell konzipierten Museumsneubauerhält das Joanneum eine neue Dimension. Den Sammlungen vonhistorischen Altertümern der Steiermark sowie den Schöpfungensteirischer Kunst und Kultur wird nun nicht nur die gebührendeBeachtung, sondern auch der nötige Rahmen geschenkt.

Später ergänzt Karl Lacher die bäuerliche Kultur noch um dasInterieur einer Rauchküche, die er, der späteren Terminologie unkun-dig, als ,, Raustube bezeichnet. In der Zeitschrift für österreichischeVolkskunde schreibt er darüber: 26,, Das bäuerliche Wohnen unsererAltvorderen im neuen steiermärkischen kulturhistorischen undKunstgewerbemuseum wäre unvollständig dargestellt, wenn es mirnicht gelungen wäre, den verschiedenen alten Bauernstuben aus Stei-ermark eine altsteirische Rauchstube mit all ihrem Zubehör anzurei-hen. Sie bildete ja im Bauernhause früher zumeist den Mittelpunktdes geselligen Lebens, und ihre schlichte, zweckmäßige Einrichtungläßt die Grundzüge unserer heimischen Volkskunst am klarsten er-kennen." Die Küche stammt aus einem Haus bei St. Oswald imFreiland und besteht, wie man sich anhand des beigefügten Fotos( Tafel I) überzeugen kann, aus einem, gemauerten offenen Herd mitgroßem überragenden Funkenfänger, dem ein Backofen angeschlos-sen ist, dessen Öffnung mittels angelehnten Eisendeckels geschlossen

26 Lacher, Karl: Altsteirische Rauchstube im kulturhistorischen und Kunstgewer-bemuseum zu Graz( Zeitschrift für österreichische Volkskunde, XIII. Jahrgang,1907, S. 37-38, 1 Tafel).