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Franz Grieshofer
ÖZV LXII/ 111
Kunstgewerbes, wobei er sich primär an den Werken und am Formen-schatz der Renaissance orientierte. Lacher wird zu einem Protagonis-ten des Historismus.
Zunächst wandte er sich der Ofenkunst zu. Er lehrte den Hafnerndas Modellieren, Glasieren und Brennen der Kacheln und entwarfeine Reihe von Renaissanceöfen. Das führte zu einer Neubelebungder steirischen Ofenindustrie, die bald einen über die Grenzen hin-ausreichenden Ruf erlangte. Lacher experimentierte aber auch mitanderen Materialien, so mit der artifiziellen Bearbeitung von Zinn.Nach seinen künstlerischen Vorlagen entstanden zahlreiche Pokaleund Kannen. Er bemühte sich um die Neubelebung der Eisenschmie-dekunst, die vom Eisenguss verdrängt zu werden drohte, indem erEntwürfe für Gitter, Grabkreuze, Beschläge, etc. anfertigte. Er wid-mete sich der Schnitzkunst und der Holzintarsie, der Glaskunst, derGoldschmiedekunst und dem Bronzeguss. So wurde er bald eingesuchter Künstler, der für alle historischen Gedenktage und öffent-lichen Anlässe Becher, Plakate, Medaillen, Urkunden samt Mappen,aber auch figuralen Schmuck an öffentlichen Gebäuden, Brunnen,Grabdenkmälern etc. schuf.
Karl Gawalowski führt eine Reihe der wichtigsten Arbeiten an, einWerkverzeichnis Karl Lachers, der das künstlerische Antlitz der StadtGraz wesentlich prägte, steht freilich noch aus.
Darüber hinaus nahm Lacher regen Anteil am öffentlichen Lebendes Landes. Er hatte hier rasch Fuß gefasst, so dass er bereits 1879die österreichische Staatsbürgerschaft erlangte.
Er betätigte sich in den diversen Kunst- und Gewerbevereinen undwirkte bei vielen Ausstellungen als Organisator und Gestalter wieauch als Künstler mit. So bei der Weltausstellung 1878 in Paris, beider steirischen Landesausstellung 1880, bei den Weihnachtsausstel-lungen im Museum für Kunst und Industrie in Wien. Hier erhielt erdie Auszeichnung, dass Kronprinz Rudolf Zinnarbeiten ankaufte, dievon Lacher entworfen worden waren. Ausgeführt wurden die Zinn-produkte von der Firma Reimund Zamponi. Seine Kachelentwürfewurden von den Keramikfirmen Wudia, Lipp und Kerl umgesetzt undseine Kreationen für Messing verwertete die Firma Samassa inAgram. Alle diese Produkte waren auf diversen weiteren Ausstel-lungen in Schwäbisch Gmünd, in Agram und Graz zu sehen. Dasbrachte ihm viele Auszeichnungen ein, u.a. verlieh ihm der Kaiser1882 das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.