2008, Heft 1 Karl Lacher- ein ,, übergangener" Volkskundler der Steiermark
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legte damit den Grundstein zur ,, Grazer Schule der Sachvolkskun-de".4
Viktor( von) Geramb( 1884–1958) wird sein wichtigster Nachfol-ger. Ihm gelingt es, die Volkskunde in Graz zu institutionalisierenund zu etablieren. In seinen Lebenserinnerungen betont Viktor Ge-ramb den Einfluss Rudolf Meringers auf seinen wissenschaftlichenWerdegang. Auch wenn Geramb 1902/03 nach zwei Semestern Ger-manistik zur Geschichte und Geographie wechselte, besuchte erweiterhin Meringers indogermanische und etymologische Vor-lesungen und Übungen. Nach seiner Promotion 1907 verfasste Ge-ramb eine Hausarbeit für das Lehramt über den ,, Stand der Hausfor-schung in den Ostalpen“. Besonderes Augenmerk widmete er denRauchstuben. 1909 gelang es Viktor Geramb, die Stelle des Sekretärsam Joanneum zu bekommen. In dieser neuen Funktion beschäftigteer sich mit der Bedeutung Erzherzog Johanns für die Volkskunde.Sein Ziel war jedoch die Schaffung einer eigenen volkskundlichenAbteilung, was schließlich zur Gründung des steirischen Volkskun-demuseums im ehemaligen Kapuzinerkoster führte. Über DrängenMeringers entschloss sich Geramb auch zur Habilitation mit der
4 Lochner von Hüttenbach, Fritz: Das Fach vergleichende Sprachwissenschaft ander Universität Graz. In: Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz, 5,Graz 1976, S. 25-45; ders.: Die Grazer Schule- Meringer und Schuchardt. In:Wörter und Sachen. Österreichische und deutsche Beiträge zur Ethnographie undDialektologie Frankreichs. Hg. von Beitl, Klaus, Isac Chiva, Red. Eva Kausel(=Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolkskunde, Nr. 20; Österr. Akademieder Wissenschaften, phil.- hist. Klasse, Sitzungsberichte, 586. Bd.) Wien 1992,S. 61-84; Moser, Oskar: Wörter und Sachen. Die Geschichte der Sachen und dieGrazer volkskundliche Schule. In: Wörter und Sachen. Österreichische unddeutsche Beiträge zur Ethnographie und Dialektologie Frankreichs, S. 85-104.5 Greger, Michael J., Johann Verhovsek: Viktor Geramb( 1884–1958). Leben undWerk. Wien 2007(= Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde,N.S. Band 22). Die beiden Grazer Autoren liefern in dieser neuen Biographie einsehr differenziertes Bild von Viktor Geramb. Sie enthält auch erstmals einlückenloses Schriftenverzeichnis Gerambs, das von J. Verhovsek erstellt wurde.6 Eberhart, Helmut: Nationalgedanke und Heimatpflege: Viktor Geramb und dieInstitutionalisierung der Volkskunde in Graz. In: Jakobeit Wolfgang, HannjostLixfeld, Olaf Bockhorn( Hg.): Völkische Wissenschaft. Gestalten und Tendenzender deutschen und österreichischen Volkskunde in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Wien- Köln- Weimar 1994, S. 427-440.
7 Viktor von Geramb. In: Österreichische Geschichtswissenschaft der Gegenwartin Selbstdarstellungen. Geleitet von Nikolaus Grass, II. Band, Innsbruck 1951,S. 78-92(= Schlern Schriften, 69).