Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde111 (2008) / N.S. 62Grieshofer, Franz: Karl Lacher – ein „übergangener“ Volkskundler der Steiermark

  
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Karl Lacher – ein „übergangener“ Volkskundler der Steiermark : zum Gedenken an den bedeutenden Museologen zu seinem hundertsten Todestag am 15.1.2008
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Franz Grieshofer

ÖZV LXII/ 111

Karl Weinhold( 1823-1901) gilt als typischer Vertreter einer vonden Brüdern Grimm beeinflussten Volks- und Altertumskunde.² Erlehrte von 1851 bis 1861 als ordentlicher Professor für deutschePhilologie an der Universität Graz. In dieser Zeit veröffentlichte ereine Reihe wichtiger volkskundlicher Arbeiten, mit denen er denBoden für eine nachfolgende Volkskunde in Graz aufbereitete. Ihmverdankt die deutsche Volkskunde die Gründung des Vereins und derZeitschrift für Volkskunde 1891.

Rudolf Meringer( 1859–1931) war Indogermanist und von 1899bis 1930 o. Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissen-schaft in Graz.³ Für die Volkskunde wurde Meringer vor allem durchseine Studien zur germanischen Volkskunde I- III in den Mitteilungender anthropologischen Gesellschaft( 1891-1893, 1895) Bahn bre-chend. Es ist der Beginn seiner Beschäftigung mit Haus und Hausratin der Steiermark, die schließlich in seiner Arbeit über ,, Das deutscheHaus und sein Hausrat( 1906) gipfelte, womit Meringer zu denwichtigen frühen Vertretern der Hausforschung in Österreich avan-cierte. 1909 gründete er die Zeitschrift ,, Wörter und Sachen- und

Verhältnisses zu den historischen Wissenschaften"( Leipzig- Wien 1903) hervor-trat, exponierte er sich während seiner Grazer Zeit durch seine betont deutsch-nationale Einstellung. Es wäre interessant zu wissen, ob Kaindl in Graz Kontaktzur Volkskunde, insbesondere zu Viktor Geramb hatte. Zu Raimund FriedrichKaindl siehe Klein, Anton Adalbert, Adolf Mais, Helmut J. Mezler- Andelberg:Raimund Friedrich Kaindl 1866–1930. Kulturhistorische Ausstellung JoanneumGraz. Graz 1966, 71 S., 1 Abb.; Klein, Anton Adalbert: Leben und Werk RaimundFriedrich Kaindls. In: Wagner, Rudolf: Alma Mater Francisco Josephina. Mün-chen 1979, S. 293-307.

2 Eberhart, Helmut: Karl Weinhold in Graz. Ein Beitrag zur Wissenschaftsge-schichte der Volkskunde im 19. Jahrhundert. In: Sievers, Kai Detlev( Hg.):Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde im 19. und 20. Jahrhun-dert. Neumünster 1991, S. 23-40(= Studien zur Volkskunde und Kulturge-schichte Schleswig Holsteins, Bd. 26); Roedinger, Max: Karl Weinhold. Ge-dächtnisrede, gehalten am 25. Oktober 1901 im Verein für Volkskunde zu Berlin.Mit angefügtem Schriftenverzeichnis( Zeitschrift für Volkskunde, XI, 1901,S. 353-376).

3 Eberhart, Helmut: Von Karl Weinhold bis Rudolf Meringer: Zu den Anfängender Volkskunde in Graz. In: Völkische Wissenschaft, hg. von Jakobeit Wolfgang,Hannjost Lixfeld und Olaf Bockhorn, Wien- Köln- Weimar 1994, S. 403–406;Hofrat Prof. Dr. Rudolf Meringer Nachruf von M. Haberlandt( Wiener Zeit-schrift für Volkskunde, XXXVI. Jg., 1931, S. 82-83). Siehe auch den Nachrufund das Schriftenverzeichnis in: Wörter und Sachen. Kulturhistorische Zeit-schrift für Sprach- und Sachforschung, Bd. 14, 1932, S. III VIII.