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Literatur der Volkskunde
ÖZV LII/ 101
,, Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz“( AIS) bei einem weitgrößeren Gebiet insgesamt nur 407 Ortspunkte aufweist, so wird einem dieDichte des SDS- Belegnetzes klar: Im Durchschnitt ist jede dritte Deutsch-schweizer Gemeinde vertreten. Somit ist es möglich, die komplexe Kamme-rung des Untersuchungsgebiets mit seinen immer wieder anders strukturier-ten Sprach- und Kulturräumen lückenlos darzustellen.
Die Aufnahmen erfolgten zwischen 1940 und 1958 an Ort und Stelle.Speziell geschulte Exploratoren verbrachten jeweils mehrere( 4-6) Tage beiden Gewährsleuten eines Ortes, um die Daten anhand eines umfangreichenFragebuches zu erheben. Ergänzt wurde ihre Ausbeute durch Skizzen undPhotographien sowie durch mundartliches Spontanmaterial; an 45 Ortenwurden außerdem Tonaufnahmen gemacht, die separat publizierten ,, SDS-Phonogramme". Die Publikation der ausgewählten und ausgewerteten Ma-terialien begann im Jahre 1962. Im Laufe der folgenden Jahre sind achtAtlasbände mit insgesamt rund 1550 Karten erschienen: 1., 2. Band: Laut-geographie 1 bzw. 2; 3. Band: Formengeographie; 4.- 8. Band: Wortgeogra-phie 1-5( Der Mensch/ menschliche Gemeinschaft, Kleidung, Nahrung/ Um-welt/ Haus und Hof/ Haustiere, Wald- und Landwirtschaft).
Die Systematik der Titel und Themen ist durchaus nicht zwingend, wederin der Grob- noch in der Feingliederung; aber ein abschließender Register-band ist in Vorbereitung. Darin werden die Karten und ergänzenden Textenach verschiedensten Gesichtspunkten erschlossen. Der Begriff ,, Wortgeo-graphie" ist eigentlich eine Untertreibung: In seinen späteren Bänden hatsich der SDS vom Sprachatlas kaum merklich zum Sachatlas erweitert mitdem hauptsächlichen Themenkreis( bäuerliches) Wohnen und Arbeiten inder ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Man findet etwa typologische Skiz-zen von Werkzeugen oder Möbeln; später dokumentieren Grundrisse undPhotographien die Wohn- und Wirtschaftsbauten. Es ergänzen sich Bezeich-nungs- und Bedeutungskarten. Die Interpretation einer Karte bzw. Karten-gruppe muß letztlich dem Leser überlassen bleiben, aber sie wird durch dieaugenfällige Präsentation der Fakten wesentlich erleichtert. Am Kartenrandstehen außerdem jeweils Verweise auf Einschlägiges in Wörterbüchern,Atlanten oder Monographien.
Die Präsentation der Daten erfolgt in Symbolkarten: Grundsätzlich wirdjedem Belegort auf der Karte entsprechend den vorgefundenen Merkmalenein Symbol zugewiesen; fallweise sind die entsprechenden Belege( in derOriginaltranskription) als Legende oder als eigene Textseite aufgelistet.-Bei zweckmäßiger Analyse der Hauptgegensätze( Typisierung) und ge-schickter Gestaltung der Symbole entsteht im Idealfall ein augenfälligesGesamtbild; die Punktkarte wird gewissermaßen zur Flächenkarte. Über-haupt sind Darstellungskonzept und graphische Ausführung eine besondere