1998, Heft 3
Literatur der Volkskunde
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hung zur baulichen Entwicklung des von dieser bewohnten Hauses;daneben erhält man einen guten Einblick in das Handwerk und Gewerbedes Spätmittelalters und in den Stand des ,, Ackersmannes mit Bürger-recht".
Im anschließenden Katalogteil findet man 39 Häuser im Detail dokumen-tiert. Das beinhaltet die genaue Adresse, die Geschichte von Haus undBewohnern, besondere Baumerkmale und die Raumaufteilung. Ergänzt wer-den diese Informationen jeweils durch Grundriß- und Planskizzen( Längs-und Querschnitte).
Die ausgezeichneten S/ W- Fotos stellen nicht nur eine Bereicherung dar,sondern bieten darüberhinaus dem österreichischen Leserpublikum Einblickin die Vielfalt der bei uns so raren Fachwerkbauten.
Anhang 1 enthält in übersichtlicher Form Tabellen, die Baualter, dendro-chronologische und archivalische Datierungen anbieten, während Anhang 2einige interessante Quellen des Bauwesens im 18. Jahrhundert ausgewählthat, etwa Kontrakte mit Zimmerleuten oder einen Kostenvoranschlag ausdem 18. Jahrhundert. Besonders letzterer ist für Historiker und Volkskundlereine Fundgrube, listet er doch Preisangaben für Zimmermanns-, Maurer- undTischlerarbeiten bis ins allerkleinste Detail auf und gibt so Auskunft überdas verwendete Material wie über die damals üblichen Arbeitslöhne. EinLiteraturverzeichnis und ausführliche Anmerkungen, die ihrerseits schonfast ein eigenes kleines Bändchen füllen könnten, ergänzen diesen überausinformativen Band.
Elfi Lukas
RÄBER, Pius: Die Bauernhäuser des Kantons Aargau, Band 1: Freiamtund Grafschaft Baden. Herausgegeben von der Schweizerischen Gesell-schaft für Volkskunde, Basel 1996. 472 Seiten, 783 Abbildungen, Karten undGraphiken, 4 Farbtafeln.
Der Zielsetzung der Schweizerschen Gesellschaft für Volkskunde folgend,handelt es sich bei dieser Publikation um ein allgemein verständlicheswissenschaftliches Werk, soll es doch sowohl Fachleute wie auch interes-sierte Laien ansprechen und informieren. Wie umfangreich das hauskundli-che Material ist, das es in der Schweiz aufzuarbeiten gilt, zeigt die Tatsache,daß die Dokumentation über einen einzigen Kanton in zwei großformatigeBände unterteilt werden muß. Doch ist auch hier wie überall in derHausforschung die Inventarisierung des noch erhaltenen Kulturgutes einWettlauf mit der Zeit.
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