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101 (1998) / N.S. 52
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LII/ 101

dessen, was in der Doppelung des Begriffspaares ,, Berge und Heimat indiesem Jahrhundert seinen Ausdruck gefunden hat, ist durch die genanntenFilme wie auch durch ,, Der verlorene Sohn" oder ,, Der Berg ruft" ästhetischformuliert worden. Das Kino hat hier der Rezeption von Geschichte, alsodem historischen Gedächtnis, die wirkmächtigsten Bilder geliefert. Andersgesagt, und um beim Beispiel Trenkers zu bleiben: Die Industrie des deut-schen Bergfilms dachte nie nur in der Kategorie des Kinos, sie bediente sichauch anderer Medien, des( historischen) Romans, des, authentischen'Kriegsbildes oder der( auto) biographischen Erzählung. Das macht ihn sounwidersprochen modern wie die Fotos der Riefenstahl auf Skiern in der,, Filmillustrierten", das holte die Berge aus dem ästhetischen Mief des altenAlpinismus scheinbar heraus und öffnete den einstmals als mondän ver-schrieenen Skilauf der Massenkultur und ihren populären Agenturen.Gleichzeitig bekam die deutsche Unterhaltungsindustrie einen ,, neuen, hei-matbetonten und regimekonformen Glamour"( S. 239): Volksnähe wurdezum Qualitätskriterium und kernige Sportlichkeit zum Gegenbild großstäd-tischer Dekadenz.

Rapps Untersuchung des Genres Bergfilm zeichnet sich aus durch denaufmerksamen Blick für solche weit über das Filmtheoretische hinausrei-chende Zusammenhänge. Dabei erreichen die einzelnen Analysen einenhohen Grad an Abstraktion, begnügen sich nicht mit Narration, verlierenaber auch in der Wahl ihrer Hauptargumentationsrichtung nie den Kontaktzum Material. Durch die klug gewählten Abbildungen gewinnt das Buch-obwohl für eine filmhistorische Studie nicht eben überillustriert mit ein-fachsten Mitteln eine visuelle Plausibilität, auf die beim Erzählen vonGeschichte nur allzu oft vergessen wird.

Bernhard Tschofen

Moser, Oskar: Das Lavanttaler Bauernhaus der Biedermeierzeit. Nachamtlichen Bauplänen aus dem Kärntner Landesarchiv( 1830-1850)(= DasKärntner Landesarchiv, 21). Klagenfurt, Verlag des Kärntner Landesarchivs,1996, 183 Seiten, 67 Abb.

Sozusagen als sein letztes Vermächtnis hat der von allen so sehr verehrteUniversitätsprofessor und frühere Inhaber des Lehrstuhls für Volkskunde ander Universität Graz, Oskar Moser, diese fundiert recherchierte hauskundli-che Arbeit in unsere Hände gelegt wie immer mit dem hoffnungsvollenHinweis, sein Forschen möge anderen ein Anstoß sein, selbst weiter zusuchen und offene Fragen zu beantworten. In diesem Falle würde dies die