Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
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1998, Heft 1

Zum 101. Jahrgang der ÖZV

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Folge der Zeitschrift erneut und verstärkt aufgenommen werden.Dabei wird aber die österreichische Haltung und das Bestreben,gerade dieser Publikation als bezeichnender österreichischer Erschei-nung Geltung zu verleihen, jederzeit besonders in den Vordergrundgestellt werden. 10 Für das ideologisch belastete Fach war es nach 1945von elementarem Interesse, die postulierte österreichische Haltungbei der Neugründung der Zeitschrift in den Vordergrund zu stellen.Der einmütige Beschluß der Ersten österreichischen Volkskundeta-gung von St. Martin bei Graz im Oktober 1946,, den zu eng erschei-nenden Namen( Wiener Zeitschrift für Volkskunde) der ZweitenFolge zu verlassen, erfolgte in heutiger Bewertung im Sinne einernational- integrativen Volkskunde, die dazu ausersehen war, eine überregionale Identitätsproduktion hinausgehende, österreichische" Volks-kultur zu formieren"." Die diesem Programm vermeintlich innewohnen-de ,, sozusagen antiföderalistische Konzeption 12, entsprach nicht derGrundeinstellung der Zeitschrift( Die Zeitschrift beruht vor allem durchihre Mitarbeiter auf einer breiteren Basis als nur auf Wien allein.) undläßt sich doch wohl am ehesten mit dem bisweiligen Abseitsstehen vonFachvertreter als Autoren der Zeitschrift erklären.

Es ist die Einstellung der Zeitschrift kritisiert worden, daß die mitdem notorischen Datum 1968 verknüpfte, namentlich in Deutschlandvon der Debatte um den Abschied vom Volksleben betroffenevolkskundliche Fachentwicklung seinerzeit nicht im gefordertenAusmaß Resonanz gefunden hat. Hat es sich inzwischen erwiesen,daß auch in Deutschland trotz der von absoluten Positionen ausgeführten, emphatischen Kontroverse der Volkskunde in dieser ge-sellschafts- und kulturpolitischen Zäsur der Volkskunde kaum eine,, Schlüsselstellung, sondern höchstens symptomatische Bedeutungim Prozeß der allmählichen Veränderung zugekommen ist, 13 zeigtein Österreich die Redaktion namentlich gegenüber den Soziologisie-rungstendenzen im Fach deutliche Vorbehalte. Indes mit dem Beginnder achtziger Jahre hat die Zeitschrift- gefördert auch durch das10 Schmidt( wie Anm. 6), S. 7.

11 Nikitsch( wie Anm. 5), S. 149.

12 Johler, Reinhard: Geschichte und Landeskunde: Innsbruck. In: Jakobeit, Wolf-gang, Hannjost Lixfeld und Olaf Bockhorn( Hg.): Völkische Wissenschaft.Gestalten und Tendenzen der deutschen und österreichischen Volkskunde in derersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wien- Köln- Weimar 1994, S. 66 f.

13 Bausinger, Hermann: Wir Kleinbürger. Die Unterwanderung der Kultur. In:Zeitschrift für Volkskunde 90, 1994, S. 1-12.