Jahrgang 
102 (1999) / N.S. 53
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1999, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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der Folge auch im Tourismus sowie Wiederbelebungsversuche des Instru-ments und seines Gebrauchs durch spezifische Feste und Wettbewerbe.

Das Kapitel ,, Akustik" beginnt mit einem Beitrag von Hans- Jörg Som-mer, der in einer kleinen Alphornschule die Grundlagen des Spielens, wieTonerzeugung und Orientierung im Tonraum, mit Notenbeispielen erläutert.Weiters werden das Phänomen ,, Alphorn- Fa( der 11. Naturton) und dieEchowirkung, die natürlichste Begleitung des Alphorns, erklärt, letzteres miteinem Beitrag des experimentellen Alphornbläsers Res Margot. Schließlichgeht Rolphe Fehlmann auf ,, Die Akustik des Alphorns" ein, mit Ausfüh-rungen über ,, Mathematik, Musik und die Tradition",, Naturtoninstru-mente, Naturtonsequenz und ihr Wohlklang ,,, Tonerzeugung, Druckver-hältnisse und der Grundton in Alphörnern sowie ,, Naturwissenschaftli-che Forschungsresultate und Konsequenzen für den Aufbruch ins 21.Jahrhundert.

Der dritte Abschnitt des Buches behandelt den ,, Funktionswandel" desAlphorns. Identitätstragende Aspekte, die Zusammenhänge von Alphornund dem traditionellen Fahnenschwingen ,,, das Alphorn als Kunstmusikin-strument"( was einen sehr interessanten Punkt in der Entwicklung einnimmt,da das erste Konzert für Alphorn und Orchester eine Reihe von weiterenKompositionen auslöste) ,,, das Alphorn als Andachtsinstrument"( Verwen-dung beim Alpsegen- Blasen, in der Kirchenmusik, bei Begräbnissen, zuWeihnachten, zur Meditation) sowie das Begriffspaar ,, Innovation und Tra-dition"( Eingang in die Unterhaltungsmusik, Verbindung von Alphorn undJazz/ Ethnojazz, Blues und Rock) sind die Schwerpunkte dieses Kapitels, dasdie zweite der beiden bereits im Titel angesprochenen Funktionen, nämlichdas Alphorn als Instrument der Rockmusik erklärt beziehungsweise dessenWandel ,, Vom Lock- zum Rockinstrument" skizziert.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Ergologie des Alphorns undstellt seine Terminologie, Typologie, Beschaffenheit und Machart in denVordergrund. Neben der Herleitung des Begriffs und der Beschreibungseiner verschiedenen Formen sowie den wichtigen und interessanten Detailsaus instrumentenbaulicher Sicht geht die Autorin auch auf die Beschaffen-heit und Machart zweier spezieller Typen des Alphorns( Büchel und Tiba)ein. Eine ,, Anleitung zum Bau des Büchels" bietet ein Beitrag von MatthiasWetter, einem Möbelschreiner, der sich auf die Herstellung historischerMusikinstrumente sowie Alphörner spezialisiert hat.

,, Alphorn im Ausland erinnert an die Holztrompeten anderer Länder undversucht, entsprechende Aufsätze und Artikel der Mitglieder der ,, StudyGroup on Folk Musical Instruments" des ICTM( International Council forTraditional Music) beziehungsweise Ergebnisse der Autoren der Reihe,, Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente zusammenzufassen.