Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde102 (1999) / N.S. 53Paríková, Magdaléna: „Wende 1989–1999“ aus der Sicht der slowakisch-österreichischen Zusammenarbeit in der Ethnologie

  
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„Wende 1989–1999“ aus der Sicht der slowakisch-österreichischen Zusammenarbeit in der Ethnologie
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ÖZV LIII/ 102

Stellen bei, nicht nur wissenschaftlicher Institutionen, sondern auch spezi-eller Stiftungen( vor allem das österreichisch- slowakische Kulturabkommenund die Außenstelle des Österreichischen Ost- und Südosteuropa- Institutesin Bratislava, später auch in Košice), die nicht nur durch Stipendien Studi-enaufenthalte von Wissenschaftlern und Studenten ermöglichten, sondernauch die Realisierung gemeinsamer Projekte. Aus diesen Mitteln ging manan die Publikation gemeinsamer Forschungsergebnisse. Aber auch in derSlowakei förderte man die Eingliederung und Verknüpfung gemeinsamerProjekte in die wissenschaftlichen Pläne der einzelnen Akademie- undUniversitätsinstitute.

Aus der Retrospektive der vergangenen zehn Jahre läßt sich feststellen,daß viele unserer gemeinsamen Vorhaben auch realisiert werden konnten.Dies gilt besonders für den musealen Bereich. Vor allem ist dank desMuseums in Kittsee eine Brücke im wahrsten Sinne des Wortes entstanden,über welche ein Austausch von Ausstellungen stattfindet, bei dem sich in-und ausländische Interessenten einen Einblick in die Museumsarbeit man-cher slowakischer Museen verschaffen können. Eine genaue Bilanz derrealisierten Ausstellungen ist in diesem Zusammenhang gar nicht wichtig.Wesentlicher ist der sichtbare, aber auch der immaterielle Ertrag in Bezugauf die Erweiterung des fachlichen Horizonts der Kollegenschaft auf beidenSeiten, aber auch jenes der Besucher solcher Expositionen.

Eine bedeutende Ebene der Zusammenarbeit betraf auch die Ausbildungder Studenten der Universitäten in Wien, Innsbruck und Bratislava. Diekollegialen Kontakte der Pädagogen öffneten auch in den Hochschulen dieTüren, und gemeinsame Seminare brachten wertvolle Erkenntnisse. Zukollektiven Forschungen wie etwa im Rahmen des Projekts ,, Alltagskulturan der Grenze", oder auch der Urbanethnologie, welche einen direktenVergleich methodologischer Zugangsweisen und thematischer Auswahlkri-terien bei der Terrainforschung ermöglichten, kamen später auch Forschun-gen österreichischer Studenten in der Slowakei. Drei solcher Forschungenfanden unter der Leitung von Olaf Bockhorn und Magda Paríková in Gebie-ten mit ehemaliger deutscher Besiedlung in der Slowakei statt. GabrielaKiliánová, die auch Lehraufträge an der Wiener Universität wahrnimmt,führte ebenfalls Exkursionen mit Wiener Studenten durch.

Die Kontakte beschränken sich jedoch keineswegs auf die institutionelleEbene, sie entfalten sich auch in Form freundschaftlicher Zusammenkünfteund Ausflüge, die jeweils Einblicke in die Natur und Kultur der Nachbarnerlauben. Sie finden mit spontaner Regelmäßigkeit statt und sind von einerüberaus warmen Atmosphäre geleitet. Im Jahre 1992 enstand auf Initiativevon Klaus Beitl und Milan Leščák der informelle Verband österreichischerund slowakischer Ethnologen unter dem beziehungsvollen Titel ,, Tatry-