1999, Heft 4
Mitteilungen
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abgesondert blieb. Nur für kurze Zeit, während des politischen Tauwettersin der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, kam es durch den ein weniggelüfteten Eisernen Vorhang zur Anknüpfung wissenschaftlicher Kontakte.Nach dem ersten Besuch des damaligen Vorsitzenden der Deutschen Gesell-schaft für Volkskunde, Gerhard Heilfurth, in der Tschechoslowakei, bewil-ligten die zuständigen Organe des Ministeriums für Schulwesen und desPräsidiums der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften auf-grund der Einladung von deutscher Seite die Ausreise einiger Volkskundlerzu den Deutschen Volkskunde- Kongressen in Marburg( 1965), Würzburg( 1967) und Detmold( 1969). Kurz danach verhinderte das sog. Normalisie-rungsregime, das sich nach der ,, brüderlichen Hilfe“ der Besatzungstruppendes Warschauer Paktes etablierte, für weitere zwanzig Jahre offizielle Reisen,, in den Westen“ und persönliche Begegnungen.
Unmittelbar nach den politischen Veränderungen im November 1989reagierten vor allem die deutschsprachigen Länder rasch und regten tsche-chische Hochschulpädagogen und Forscher dazu an, die Lage der zeitgenös-sischen Wissenschaft in den Nachbarländern zu erkunden. In Anknüpfungan die Anfänge des Bücheraustausches in den sechziger Jahren empfingendie volkskundlichen Institutionen in der Tschechoslowakei viele Bücher undFachzeitschriften; z.B. verdankt das Institut für Europäische Ethnologie derBrünner Universität dem Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien,dem Institut für Volkskunde/ Ethnologia Europaea der Universität Wien, demSchweizerischen Institut für Volkskunde in Basel, der Deutschen For-schungsgemeinschaft in Bad Godesberg, der Münchner Vereinigung fürVolkskunde, der Kommission für ostdeutsche Volkskunde der DGV inFreiburg, dem Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologieder Universität Frankfurt, dem Institut für Europäische Ethnologie undKulturforschung in Marburg, dem Institut für deutsche und vergleichendeVolkskunde der Universität München, dem Seminar für Volkskunde/ Euro-päische Ethnologie in Münster, dem Ludwig- Uhland Institut in Tübingenund anderen die Bereicherung der Handbibliothek.
Durch die Gründung und Tätigkeit des Österreichischen Ost- und Südost-europa Instituts in Wien mit Zweigstellen in den Universitätsstädten derTschechoslowakei gab es für manche Volkskundler u.a. aus dem Institut fürEuropäische Ethnologie der Brünner Masaryk- Universität sowie des Ethno-graphischen Instituts des Mährischen Landesmuseums und der Filiale desInstituts für Ethnographie und Folkloristik der Akademie der Wissenschaf-ten der Tschechischen Republik Gelegenheiten, aufgrund von Stipendieneinen Monat in verschiedenen österreichischen wissenschaftlichen Einrich-tungen zu studieren und neue persönliche und freundschaftliche Kontakteanzuknüpfen. Daraus entstanden verschiedene Entwürfe, eine längerfristige