Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde102 (1999) / N.S. 53Nikitsch, Herbert: Adelgard Perkmann – eine fachgeschichtliche Notiz

  
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Adelgard Perkmann – eine fachgeschichtliche Notiz
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1999, Heft 3

Mitteilungen

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Radermacher, seit 1919 Ausschußmitglied 23 des Wiener Vereins fürVolkskunde, mag auch die ersten Kontakte zu dieser Gesellschaft vermittelthaben, in der sich knapp vor der Jahrhundertwende die Volkskunde aufaußeruniversitärer Ebene erstmals zu institutionalisieren begonnen hatte.Mit 1. März 1924 übernimmt Perkmann den Posten einer Vereinsbibliothe-karin, eine Funktion, in der sie ab März 1927 vom Bundesministerium fürUnterricht als Vertragsangestellte des höheren wissenschaftlichen Dien-stes" bestellt worden ist. 24 Damit ist sie allerdings ein Dienstverhältniseingegangen, das zunächst weder ihrer Qualifikation noch ihren Ansprüchenentsprochen haben mochte. Die Verwaltung einer Bücherei von kaum drei-tausend Bänden ,,, die also samt den Zeitschriften noch in einem einzigenSaal Platz hatten, konnten einer Schülerin Radermachers- der auch ande-ren Hörern immerhin ,, als Abglanz der großen Zeit deutscher Universität inErinnerung geblieben ist- vermutlich wenig Anreiz bieten. Ob dies mit einGrund jenes ,, latenten Konfliktes zwischen dem Chef des Hauses25 undseiner Assistentin war, von dem Leopold Schmidt, als junger Student in denfrühen 30er Jahren eifriger Benützer der Bibliothek im Schönbornpalais,berichtet26, muß freilich ebenso dahingestellt bleiben wie die Frage, wieweitdieser in seinen Jahrzehnte später niedergelegten Erinnerungen die seiner-zeit dort herrschende Atmosphäre adäquat wiedergegeben hat. Die zeitge-nössische offizielle Vereinsberichterstattung vermittelt jedenfalls ein ande-res Bild: Hier wird Perkmann regelmäßig attestiert ,,, die sehr angewachse-nen Bibliotheksgeschäfte[...] in musterhafter Weise geführt 27 zu haben.Während der dreizehn Jahre ihrer Vereinstätigkeit firmiert Perkmann inder nach wie vor von Michael Haberlandt geleiteten Vereinszeitschrift nurverhältnismäßig wenige Beiträge allesamt Rezensionen28, in denen sich

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23 Radermacher war auch darüber hinaus aktiv in die Vereinsaktivitäten eingebun-den und beteiligte sich etwa 1922, neben Michael und Arthur Haberlandt sowieKonrad Mautner, an einem Vortragszyklus in der ,, Urania für die Arbeitsge-meinschaften der Volks- und Bürgerschullehrer; 1944 wurde Radermacher zumkorrespondierenden Mitglied des Vereins gewählt; cf. Jahresberichte des Vereinsfür 1919, 1922 und 1944, abgedruckt in den entsprechenden Jahrgängen derWiener Zeitschrift für Volkskunde.

24 ÖSTA/ AVA, Unterricht allgemein, Fz. 3225, Z. 5258-27; siehe auch den Tätig-keitsbericht des Vereins und Museums für Volkskunde für das Jahr 1927. In:Wiener Zeitschrift für Volkskunde 33, 1928, S. 39-44, hier S. 40.

25 Arthur Haberlandt, der ab 1924 die Museumsdirektion übernimmt.

26 Schmidt, Leopold: Curriculum vitae. Mein Leben mit der Volkskunde. Wien1982, S. 27 f.

27 Tätigkeitsbericht des Vereins und Museums für Volkskunde für das Jahr 1925.In: Wiener Zeitschrift für Volkskunde 31, 1926, S. 36–40, hier S. 40.

28 So bespricht Perkmann etwa( nur die ausführlicheren Rezensionen sollen hier