Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde102 (1999) / N.S. 53Nikitsch, Herbert: Adelgard Perkmann – eine fachgeschichtliche Notiz

  
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Adelgard Perkmann – eine fachgeschichtliche Notiz
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ÖZV LIII/ 102

beruflichen Wirkens in den verschiedensten Gegenden der Monarchie mo-tiviert¹6.

Diese, im eigentlichen Wortsinn bildungs- bürgerliche Herkunft hat Adel-gard Perkmann wohl ebenso geprägt wie die bei Jungwirth angedeutete,, einseitige nationale" 17 Erziehung ihres Vaters, dem sie zeitlebens eineanhängliche, zuletzt aufopferungsvoll pflegende Tochter gewesen ist. Durchihn kam sie etwa ,, frühzeitig zum, Wandervogel, Bund für Deutsches Ju-gendwandern, dessen ältester Bundesleitung er selbst angehörte, und indem sie ,, in der Mittel- und Hochschulzeit auf Wanderfahrten in und ausser-halb der Ostmark, in Heimatabenden bei Volkslied und-tanz, Volksschau-spiel und dem Lesen deutscher Dichtung der Gegenwart meine schönstenStunden[ verlebte] und die stärksten, fürs weitere Leben bestimmendenEindrücke[ erhielt]". 18 Unter dem Einfluß ihres Vaters begann Perkmann ab1916 auch zunächst Germanistik¹, später klassische Philologie an der Wie-ner Universität zu studieren und promovierte nach einem Gastsemester inLeiden 20 schließlich, von ihrem Doktorvater Ludwig Radermacher ,, zumStudium der antiken Volkskunde angeregt 21, 1923 über ,, Streitszenen in dergriechisch- römischen Komödie" 22.

16 Aus Martell im Vintschgau gebürtig, waren die Perkmanns an Gymnasien inMeran, Innsbruck, Klagenfurt, Wien oder Marienberg tätig( siehe die diversenJahrbücher des höheren Unterrichtswesens).

17 Jungwirth( wie Anm. 2), S. 126.

18 Lebenslauf von Adelgard Perkmann, Typoskript, undatiert( vermutlich 1938);Privatarchiv Liselotte Perkmann, Graz. Zum österreichischen Wandervogel, derseit seiner Begründung in den letzten Jahren der Monarchie stets programmatischvon Volkstums- und Grenzlandarbeit bestimmt war, siehe Ursin, Karl, KarlThums: Der österreichische Wandervogel. In: Ziemer, Gerhard, Hans Wolf( Hg.):Wandervogel und freideutsche Jugend. Bad Godesberg 1961, S. 294–326, bes.S. 303 ff.

19 In ihrem ersten Semester( WS 1916/17) belegte sie ,, Germanische Geographieund Ethnographie und, Lektüre der Wolsungasaga bei Rudolf Much, eine,, Einführung in das Studium der altdeutschen Philologie bei Karl v. Kraus,,, Lebende deutsche Volksdichtung mit besonderer Rücksicht auf Österreich- Un-garn" bei Johann Willibald Nagl ,,, Geschichte des deutschen Volkslieds" beiRudolf Wolkan und eine ,, Einleitung in die indogermanische Sprachwissen-schaft bei Paul Kretschmer; Universitätsarchiv Wien( UAW), Nationale, philo-soph. Fakultät, WS 1916/17.

20,, Semestri hiemali MCMXX/ XXI Lugduni Batavorum studia persecuta sum;Curriculum vitae, UAW, Rigorosenakt A. Perkmann, Nr. 5458. Vgl. auch Lebens-lauf( wie Anm. 18).

21 Lebenslauf( wie Anm. 18).

22 Perkmann, Adelgard: Streitszenen in der griechisch- römischen Komödie. In:Wiener Studien Bd. 45, S. 29 ff., 202 ff. und Bd. 46, S. 68 ff, 139 ff.