Aufsatz in einer Zeitschrift 
Kruzifix mit Blitzableiter
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Martin Scharfe

ÖZV LIII/ 102

derne hin muß auch Erzherzog Johann gehabt haben; sonst hätte ernicht dieses eigenartige Votivkreuz auf dem Erzberg noch mit einemVotivbild gedoppelt- ein von einem anderen, Kammermaler desErzherzogs, Ludwig Schnorr von Carolsfeld( 1789-1853, er ist derältere und zum Katholizismus übergetretene Bruder des den Prote-stanten wegen der Holzstich- Illustrationen zur lutherischen Haus- Bibelder zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannten Julius Schnorr vonCarolsfeld, 1794–1872), sorgfältig gemaltes, durchaus qualitätsvol-les( und übrigens gut erhaltenes und im Besitz des StadtmuseumsEisenerz befindliches) Ölbild 48; auch dieses Bild ist als Graphik- Ver-sion stark verbreitet gewesen49.

Das Gemälde ist wie ein spätmittelalterliches Kreuzigungsbild mitStifterfigur angelegt: unter dem Gekreuzigten, der als, Baumkruzifix*gemalt ist, links stehend Maria, rechts ebenfalls stehend Johannes derTäufer, mit Kreuzstab als Namenspatron des Erzherzogs; dieser knietam Fuß des Kreuzes, gekleidet in weiße Bergmannstracht. Maria, mitKrone und Sternenkranz ums Haupt, in ihrer Rechten einen Lilien-stengel haltend, weist mit ihrer Linken zum gekreuzigten Sohn; dieserblickt auf Johannes herab, der mit seiner Linken wiederum fast dieSchulter Johanns berührt. Johann selbst ist in ganz eigentümlicherKörperhaltung dargestellt: mit seinem rechten Arm umschlingt er ineiner recht manieriert wirkenden Gebärde den Kreuzesstamm, der auseiner( vom Blitz?) gespaltenen Zirbelkiefers herauswächst: der Arm48 Vgl. auch Koschatzky, W.( Hg.): Die Kammermaler um Erzherzog Johann( wieAnm. 2), S. 81( Nr. 23); Klingenstein, Grete, Peter Cordes( Hg.): ErzherzogJohann von Österreich. Landesausstellung 1982. Bd. 1: Katalog. Graz 1982,S. 532-534( Nr. 20/19); Paul W. Roth, Peter Cordes( Hg.): Erz und Eisen in derGrünen Mark. Landesausstellung 1984: Katalog. Graz 1984, S. 254( Nr. 16/9).49 Als Umschlagblatt, mit dem die etwa 600 Abzüge der graphischen Version desEinweihungsbildes von M. Loder verschickt wurden. Vgl. von Wietersheim- Me-ran( wie Anm. 2), Teil 2, S. 405.- Abb. bei Jontes( wie Anm. 5), S. 185( Be-schreibung S. 185 f.); vgl. auch Koschatzky( wie Anm. 2), S. 80( Nr. 22); Klin-genstein/ Cordes( wie Anm. 48), S. 534( Nr. 20/20).

50 Ein ,, beschattender, weithinwurzelnder, der Alpenwelt angehöriger Baum, eineZirbelnuẞkiefer( Pinus cembra, Zermbaum)", schreibt Weidmann 1824: F. C.Weidmann: Die Aufstellung des Kreuzbildes( wie Anm. 14), S. 174. DieserBergbaum Zirbelkiefer scheint für Johann von einiger Bedeutung gewesen zusein: die ,, Zirm" an seinem Brandhof mußte Matthäus Loder im Stammbuch derAnna Plochl eigens aquarellieren- sie ,, versinnbildlicht für Erzherzog Johannmit ihrer Kraft und Zähigkeit die Treue und deutet auf die Gründung eines neuenFamilienstammes hin, schreiben G. Klingenstein und P. Cordes( Hg.): Erzher-zog Johann von Österreich( wie Anm. 48), S. 534( Nr. 20/22).- Für botanische