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Literatur der Volkskunde
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en; man beginnt am Anfang des Jahreslaufes und stellt Materialien undBerichte zu Brauchmanifestationen aus verschiedenen Dörfern bei. EinVorwort der Präsidenten des Gemeindeverbandes verweist auf die Wichtig-keit solcher Darstellungen, die Einleitung von Aikaterinidis erhellt dieHerkunft des Materials: meist aus den 70er Jahren mit jüngster zusätzlicherAutopsie( und Photographien). Die Materialdarlegung beginnt mit denZwölftenbräuchen( S. 11 ff.); neben den Berichtsauszügen aus verschiede-nen Dörfern sind auch weitere Kommentare und Erklärungen angebracht:Christbrot, Kalanda, Kalikantzaroi, Hagiasmos, Rutenschlag am Neujahrstag;ein besonderer Abschnitt ist den Verkleidungen gewidmet( S. 22 ff., arapides,Kamelverkleidung, Aschewerfen usw.); ein weiterer den ,, momogeroi"( dialo-gisches Gerichtsspiel) der Pontus- Flüchtlinge aus Kleinasien( S. 39). Es folgtdie Faschingsperiode( S. 41 ff.); in Kalabaki und Mavrolefki wird am Käse-Montag der ,, Kalogeros“ gespielt, in etwas unterschiedlicher Form als sonst beiden Thrakien- Flüchtlingen( zum Variationsspielraum vgl. Puchner, W.: Beiträgezum thrakischen Feuerlauf( anastenaria/ nestinari) und der thrakischen Karne-valsszene( kalogeros/ kuker/ köpek- bey). Anmerkungen zur Forschungsge-schichte und analytische Bibliographie, Zeitschrift für Balkanologie 17/1, 1981,S. 47-75; Aikaterinidis selbst hat auch einen Übersichtsartikel in den SerraïkaChronika 8, 1979, S. 195–206 veröffentlicht). Darauf folgt die Osterperiode( S. 51 ff.): Seelensamstag der Hl. Theodore, Karwoche, Litaneien und Umzüge( gegen Hagel), Kreisziehungen ums Dorf, rituelles Wiegen bei zunehmendemMond; ein spezieller Abschnitt ist dem Schwalbenumzug am Märzanfanggewidmet( S. 64 ff.), dem rituellen Schaukeln am Georgstag( S. 71 ff.). Einesder vier Dörfer, in denen heute die ,, Anastenaria" abgehalten werden, fällt inden Bezirk Drama: Mavrolefki( vgl. auch Aikaterinidis, G. N.: Anastenaria.Serraïka Chronika 11, 1993, S. 179–205). Ein eigener Abschnitt ist auch denöffentlichen Tieropfern mit Priestersegnung am Georgstag und bei anderenGelegenheiten gewidmet( S. 83 ff.). Nach Ostern sind auch rituelle Versteige-rungen von Karwochengeschenken nachgewiesen; der Erlös kommt der Kirchezugute. Separat behandelt sind Brotopfer und Weihgeschenke, Weizen- undSaatsegnungen. Mit dem Johannistag( 24. Juni) sind eine Reihe von Orakel-bräuchen verbunden( S. 97 ff., klidonas usw.), bei Trockenperioden kommt eszu den panbalkanisch verbreiteten Regenmädchen- Umzügen( Puchner, W.:Zur Typologie des balkanischen Regenmädchens. Schweizer. Archiv fürVolkskunde 78, 1982, S. 98-125) mit den Bittlitaneien( S. 102 ff.). Einletzter Abschnitt geht auf die Jahresfeuer ein( S. 106 ff.). Den Band be-schließen eine Bibliographie( S. 111 ff.), der Quellennachweis des Bildma-terials( S. 114) sowie ein ausführliches English summary( S. 115–123).
Walter Puchner