1999, Heft 2
Mitteilungen
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Kulturtechnik" geregelt, wie das eine Wiener Tagung im Herbst 1998 erör-tert hat.8
So weit- so gut. Die Freude an der Munterkeit der Diskussion in unsererZeitschrift ist leider getrübt, denn es handelt sich um eine Auseinanderset-zung, die vermutlich eher ein symbolischer Kampf ist. Einmal dreht es sichgewiß um die Person Hans Haid, der publizistisch ganz ohne Frage hierzu-lande der bekannteste Volkskundler ist und der sich als Tourismuskritiker,als Lawinenfachmann und als Initiator einer Vielzahl kultureller undineinander verschachtelter Aktivitäten wie„, Internationales Dialektinsti-tut",,, provita alpina" oder ,, Institut für Volkskultur und Kulturentwick-lung" im ,, Kulturgasthaus Bierstindl“ und eine inzwischen unübersehba-re Vielzahl von Projekten seinen Namen gemacht hat. Ich merke an, daßich seit langen Jahren mit den Aktivitäten der Haids verbandelt bin, alsReferent auf Tagungen, als wissenschaftlicher Protektor des Instituts im,, Bierstindl"; die Autorinnen haben das in ihrem Aufsatz ironisch ver-merkt.
Zum andern aber ist die muntere( und ich fürchte: ausufernde), aber nichteben beglückende Diskussion Bestandteil einer Auseinandersetzung, dieKonflikte innerhalb meines Institutes zum Gegenstand hat. Das EhepaarBockhorn beginnt seine Replik auf den Gindl/ Tauss- Text mit dem Zitat- Hin-weis auf einen ,, neuen jungen Professor", der...- Nun, der reale Professorhinter dieser fiktiven Gestalt, dessen Assoziation sich aufdrängt, ist nichtmehr ganz jung, auch schon nicht mehr ganz neu, er hält das aus. Aber diebeiden Autorinnen sind jung und bekommen nun ihren gescheiten wissen-schaftlichen Erstling verrissen- gewiß keine Ermutigung für unseren wis-senschaftlichen Nachwuchs.
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Vor allem aber: es geht nur vordergründig um die beiden Autorinnen, undes geht auch nicht so sehr um Hans Haid, der kann Kritik einstecken undbraucht sie geradezu- sie ist sein Lebenselixier. Daß den beiden Autorinnenhier ein Verfahren vorgeworfen wird, soll also – so darf vermutet werden-nicht nur sie treffen. Es geht um Anderes. An Invektiven lassen es dieParteien, und um solche handelt es sich inzwischen, dabei nicht fehlen. Dabeklagt die eine besorgt die Verschwendung teuren Papiers, die andere dennationalen Nachholbedarf. Und der eigentliche Anlaß für die neuerlicheReplik ist ganz ohne Frage die Bemerkung Tschofens, die klar, wiewohlunbesorgt- taktlos formuliert ist.9 Gewiß auch war der Bericht über eineinternationale Tagung kein guter Anlaß für eine Einlassung, denn er scheintzu insinuieren, die österreichische Volkskunde sei eine provinzielle Wissen-schaft, was sie gewiß nie gewesen war. Dennoch muß es möglich sein, überFormen der Darstellung- und damit über Texte als Repräsentation- nachdem linguistic turn bzw. dem cultural turn zu diskutieren.