Aufsatz in einer Zeitschrift 
Moser, Schmidl, Trebitsch & Co. : Halbvergessenes aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
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2005, Heft 2-3

Moser, Schmidl, Trebitsch& Co.

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nicht nur auf kommunikativer Ebene, sondern beeinflusste ihn auchin theoretisch- methodologischer Dimension nachhaltig: Während aufder einen Seite jene Schwerpunktverlagerung der Forschungsinter-essen auf die jeweils eigene nationale Kultur vorwiegend in musealerSammlungs- und Klassifikationsaktivität vor nur blassem theoreti-schen Hintergrund sich manifestierte, wird auf der anderen Seitejenen auf überseeische Kulturen sich konzentrierenden Fachströ-mungen attestiert, früh undin Ablehnung gängiger, Lehnstuhl-ethnologie auf Feldforschungsempirie basierende komparativeAnalysen von innovativem theoretischem Niveau vorgelegt zu ha-ben.47

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Die unterschiedlichen Erkenntnisinteressen, wie sie aus diesemfrühen Nebeneinander einer, exotic Glossar ::: zum Glossareintrag  exotic und domestic variant" 48 desethnographischen Zugangs resultiert, aus jenem Nebeneinander derBeschäftigung mit Kulturen in exponierter geographischer Lage ei-nerseits und der Untersuchung vorzüglich agrarwirtschaftlich ge-prägter Lebensformen in heimisch- europäischen Gesellschaften an-dererseits diese unterschiedlichen Erkenntnisinteressen sprichtauch Leopold Schmidt in seiner Geschichte des Wiener Volkskunde-museums an: ,, Man tut der Größe Michael Haberlandts keinen Ab-bruch, wenn man sich klarmacht, dass seine Sammelleidenschaft, seinDrang, ganz persönlich ein großes Museum zu schaffen, ihn jederzeitdazu verführen konnten, den Begriff, Volkskunde' nach seiner jewei-ligen Einstellung auszulegen. Zur Zeit der Gründung versuchte er derVolkskunde eines Vielvölkerstaates das Wort zu reden. Aber schonwenige Jahre später verlockten ihn Erwerbungen aus Volkslandschaf-ten außerhalb der Monarchie dazu, auch diese zu rechtfertigen. Schonfrüh taucht der Begriff des, Vergleiches' auf[...].[ Bald] traten ersteSchüler auf den Plan, die unter diesem Gesichtspunkt zu Sammlernwurden. Durch sie, durch ihre geistige und materielle Leistungs-fähigkeit wurde Haberlandt erstaunlich bald zur Erweiterung seiner47 Siehe etwa Schippers, Thomas K.: A history of paradoxes. Anthropologies ofEurope. In: Vermeulen, Han F., Arturo Alvarez Roldán( Ed.): Fieldworks andfootnotes. Studies in the history of European anthropology. London and NewYork 1995, S. 234-246; Gingrich, Andre: Erkundungen. Themen der ethnologi-schen Forschung. Wien, Köln, Weimar 1999, v.a. S. 117ff.

48 Feest, Christian F.: The Origins of Professsional Anthropology in Vienna. In: Rupp-Eisenreich, Britta, Justin Stagl( Hg.): Kulturwissenschaft im Vielvölkerstaat. ZurGeschichte der Ethnologie und verwandter Gebiete in Österreich, ca. 1780 bis 1918(= Ethnologica Austria 1). Wien, Köln, Weimar 1995, S. 113–131, S. 113.