Aufsatz in einer Zeitschrift 
Moser, Schmidl, Trebitsch & Co. : Halbvergessenes aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
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Herbert Nikitsch

ÖZV LIX/ 108

durchaus zu diskutieren. Immerhin hat ja etwa Reinhard Johler inseinem Tagungsbeitrag Goldstern& Co. in den weiten Kontext einer,, europäischen Völkerkunde gestellt.

Zu solchen Überlegungen kann ich hier nichts beitragen- wie ichauch Eugenie Goldstern selbst bewusst ausklammern möchte. Übersie, von der man lange Zeit nicht viel mehr als ihren Namen gewussthat, gibt es ja das penibel recherchierte( wenngleich letztlich etwasromanhaft ausgefallene) Buch von Albert Ottenbacher³und somöchte ich mich einigen bislang weniger beachteten Biographienzuwenden; wobei ich mich neben eigenen Recherchen auch auf dieNachforschungen Dritter berufen werde.4

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Im Jahr 1920 ist laut Sterbebuch der Israelitischen Kultusgemeindeder pensionierte Volksschullehrer Heinrich Moser am 19. Februar inseiner Wohnung in der Witthauergasse 33 in Wien- Währing gestorbenund am 22. Februar am Zentralfriedhof beigesetzt worden.5 Moser istknapp siebzig geworden, und seine um einiges jüngere Frau hat ihnum gut zwanzig Jahre überlebt. Helene Moser hat freilich ihre letztenTage nicht mehr in ihrer Privatwohnung verbringen können. Sie istam 26. April 1940 in der Börsegasse 7 im 1. Wiener Gemeindebezirkverstorben, was von ihrem Sohn Rudolf Moser, Doktor der Medizin,angezeigt worden war, der nicht zufällig unter derselben Adressefirmierte handelte es sich dabei doch um eine der sogenanntenSammelwohnungen, in denen jüdische Bürger im nationalsozialisti-schen Wien vor ihrem Abtransport ins Konzentrationslager gewöhn-

3 Ottenbacher, Albert: Eugenie Goldstern. Eine Biographie. Wien 1999.

4 Nämlich im Falle Marianne Schmidls auf den ausführlichen Artikel der LeipzigerEthnologin Katja Geisenhainer, der schon an dieser Stelle genannt sei: Geisen-hainer, Katja: Marianne Schmidl( 1890-1942). In: Zeitschrift für Ethnologie 127,2002, S. 269-300.

5 Lt. Sterbebuch Wiener Zentralfriedhof, 4. Tor, Gruppe 5, Reihe, Grab Nr. 2( mitDank an Frau Heidrun Weiss, IKG).

6 Lt. Totenscheinbefund starb Helene Moser an Lungenentzündung; sie wurde demGrab ihres Mannes beigelegt. Dem Sterbebuch Innere Stadt- Mariahilf( Nr. 324 aus1940) ist Folgendes zu entnehmen: Die Pensionistin Helene Sara Moser, geboreneMoses, mosaisch, wohnhaft Wien 1. Börsegasse 7, ist am 26. August 1940 um 3 Uhr15 Minuten in Wien 1, Börsegasse 7 verstorben. Geb. 8.5.1859 in Odra, Jugoslawien,Rabinat Warasdin, Jugoslawien. Vater: David Moses, letzter Wohnort unbekannt.Mutter: Josephine Moses, geborene Sauerbrunn, zuletzt wohnhaft Wien. Verwitwet.Angezeigt von Rudolf Moser, Doktor der Medizin, Börsegasse 7. War bei Sterbefallzugegen. Eheschließung mit Heinrich Moser am 17.8.1882 in Warasdin.