Aufsatz in einer Zeitschrift 
Haberlandtiana : Michael Haberlandt an der anthropologisch-ethnographischen Abteilung des k.k. Naturhistorischen Hofmuseums, 1885-1911
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2005, Heft 2-3

Haberlandtiana

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konnte hingegen ,, den Wunsch nicht unterdrücken, dass diese Objecte[ die Leihgaben der Ethnographischen Sammlung] dem genanntenMuseum[ für österreichische Volkskunde] gelegentlich ganz ins Ei-genthum übergeben werden." 17

Als Hein 1903 nach Rückkehr von einem Aufenthalt in Arabien imAlter von 43 Jahren verstarb, bedeutete sein Tod für Heger einenwirklichen und schweren Verlust(...) und auch in seiner Krankheitkonnten wir beide als gute Freunde von einander scheiden. Nicht sowar es mit Dr. H[ aberlandt]. Derselbe war anscheinend sehr frohdarüber, den einzigen Mann losgeworden zu sein, der mit seinemstrengen Gewissen die Gebahrungen[ sic] in dem Mus[ eum] f[ ür].österr[ eichische]. Volkskunde kontrollieren konnte. Dieser Kontrolleledig, arbeitete derselbe in der ihm eigenen, nur ausschließlich aufäußeren Erfolg berechneten Weise dort weiter.18

Michael Haberlandt verfolgte in der Tat zielstrebig seine Karriere-ziele. Er war ein fleißiger Autor. 1898 erschien seine kleine, kompak-te, unprätentiöse und sachliche Völkerkunde bei Göschen, die nichtallein vier zum Teil erweiterte Auflagen, sondern auch englische,spanische und russische Übersetzungen erlebte( Haberlandt 1900,1940b, o.J.). 1900 veröffentlichte er eine Auswahl von maẞvollfeuilletonistischen Feuilletons, wie er sie in großer Zahl für Die NeueFreie Presse, die Wiener Zeitung, das Neue Wiener Tagblatt, die Zeitund das Fremdenblatt verfasst hatte, unter dem Titel Cultur im Alltag;weitere zwei Jahre danach und ebenfalls in der Sammlung Göschenals ersten Band der, Hauptliteraturen des Orients Glossar ::: zum Glossareintrag  Orients" Die LiteraturenOstasiens und Indiens, 1903 eine deutsche Bearbeitung des Sanskrit-17 Intendanz an Oberstkämmereramt, Z. 364, 25. Juni 1903( 1903( Kopie, Fund-aktenarchiv, Prähistorische Abteilung des Naturhistorischen Museums, Akt An-gelegenheit Kaiser Karl Museum). Beim endgültigen Abgang Haberlandts ausder Ethnographischen Sammlung traf er mit Heger eine pragmatische Abspracheüber die Trennung der Sammlungsziele: Demnach sollte sich das Naturhisto-rische Museum auf jene europäischen Völker beschränken ,,, die ihre Wurzeln inAsien haben"; Haberlandt stimmte damals den ,, heute von allen Ethnographenund Ethnologen allgemein anerkannten Gesichtspunkten auch vollinhaltlich zu";für Heger fielen damit vor allem auch alle Völker der Balkanregion in ,, seinRessort( Franz Heger an den Intendanten des k.k. Naturhistorischen Hofmu-seums, 31. Juli 1917( Kopie, Fundaktenarchiv, Prähistorische Abteilung desNaturhistorischen Museums, Akt Angelegenheit Kaiser Karl Museum).

18 Franz Heger an den Intendanten des k.k Naturhistorischen Hofmuseums, 10. Fe-bruar 1906( Entwurf, Fundaktenarchiv, Prähistorische Abteilung des Naturhisto-rischen Museums, Akt Haberlandt).