Aufsatz in einer Zeitschrift 
Haberlandtiana : Michael Haberlandt an der anthropologisch-ethnographischen Abteilung des k.k. Naturhistorischen Hofmuseums, 1885-1911
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2005, Heft 2-3

Haberlandtiana

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Dunklen und lässt sich nur in Umrissen aus seinem Handeln und einpaar kargen Sätzen rekonstruieren( vgl. Haberlandt 1940a).

Es ist an dieser Stelle nur billig, wenn der Verfasser dieser Darstel-lung des adversiellen Verhältnisses kurz seine eigenen Affinitäten zuden beiden Protagonisten dieses Museumsdramas umreißt. Unterallen Amtsvorgängern in der Direktion des Museums für Völkerkun-de( und seiner Vorgänger) war für mich Franz Heger der von frühenKustodentagen an am meisten bewunderte: Ein äußerst gewissenhaf-ter Beamter, der sich notgedrungen als Autodidakt auf zahllosenReisen in andere Museen( aber auch ins Feld) eine erstaunlicheKenntnis der materiellen Kultur in allen Teilen der Welt aneignete,der in seiner dreiundvierzigjährigen Amtszeit( 1877-1919) mitgroßem strategischem Geschick die Entwicklung der ethnographi-schen Sammlung zu einer der bedeutendsten ihrer Art lenkte- fastdie Hälfte des heutigen Bestands des Museums für Völkerkundestammen aus dieser Epoche- ein weitsichtiger Museologe, undschließlich auch ein Amerikanist, dessen einschlägige Arbeiten michfrühzeitig prägten. Von einem Foto an der Wand meines Arbeitszim-mers blickt der greise Heger mit seinem weißen Rauschebart heutevoller gütiger Nachsicht auf das Wirken seines Nachfolgers- eigent-lich blickt er an mir vorbei in eine unbestimmbare Ferne. AuchMichael Haberlandt hat, wenigstens durch seine frühe und scharfsich-tige Kritik der kulturhistorischen Methode, den jungen Studenten derEthnologie beeindruckt( Haberlandt 1911, 1912).

Michael Haberlandt verdankte seine Stelle am NaturhistorischenMuseum einerseits der Fürsprache seines Lehrers Friedrich Müller,dem Sprachwissenschaftler, Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientalisten, und Autor des ethnogra-phischen Bands in den Berichten über die Novara- Reise( 1868) undder Allgemeinen Ethnographie( 1873), der als erster Professor derUniversität Wien Veranstaltungen ethnologischen Inhalts anbot. An-dererseits war es der frühe Tod im Alter von 55 Jahren des Gründungs-intendanten des Naturhistorischen Museums und Leiters der anthro-pologisch- ethnographischen Abteilung im Jahr 1884, der seinen ehe-maligen Schüler und Assistenten Franz Heger, den er zum 1. Januar1877 an das Museum geholt hatte, um ihm beim Aufbau der neuenAbteilung zu unterstützen, zum neuen Leiter der Abteilung aufsteigenließ und zur Notwendigkeit der Nachbesetzung einer Mitarbeiterstel-le führte. Heger, der bis dahin vorwiegend mit der Zusammenführungund Inventarisierung der in Wien vorhandenen, in verschiedenen