Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde108 (2005) / N.S. 59Gyr, Ueli: Auf den Spuren von Eugenie Goldstern in Bessans (Frankreich)

  
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Auf den Spuren von Eugenie Goldstern in Bessans (Frankreich) : Rückblende auf eine Zürcher Forschungsexkursion
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LIX/ 108, Wien 2005, 243-250

Auf den Spuren von Eugenie Goldstern in Bessans( Frankreich)

Rückblende auf eine Zürcher Forschungsexkursion

Ueli Gyr

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Vielleicht war es etwas unvorsichtig, im Rahmen dieses Symposionseinen Beitrag zu übernehmen, aber da zwischen Zürich, Bessans,Wien und Eugenie Goldstern diverse Verbindungen herstellbar sindund der pro domo- Virus( Seminar) noch immer wirkt, fiel die Ent-scheidung sofort.' Ich bereue sie nicht, schicke aber voraus, dass ichselber nie in Bessans war, als damaliger Studienanfänger das eine unddas andere aus den frühen Exkursionen und auch später abernatürlich mitbekommen habe. Was ich im Folgenden ausführe, istnichts anderes als eine kleine Spurensuche: ich versuche, ein internlegendär gewordenes Seminar- und Feldgeschehen zu rekonstruieren,welches nunmehr 38 Jahre zurückliegt. Dazu bündle ich Beschrei-bung und Auflösung eines Kontextes, der uns in die AlpengemeindeBessans in der Haute Maurienne in Savoyen führen wird, hin zurForschung von Eugenie Goldstern, gleichzeitig hin zur damaligenExkursionspraxis, zu einer ethnographischen Dokumentation, weiterzu einer aus diesem Projekt hervorgegangenen Zürcher Dissertationund im besonderen zu zwei Filmdokumenten über das Leben inBessans, die in Ausschnitten abschließend vorgeführt werden.

Die Idee, 1967 eine Forschungsexkursion in Bessans durchzufüh-ren, geht auf Arnold Niederer zurück. Themenwahl und Ort warenalles andere als zufällig. Der Seminarleiter stand im dritten Amtsjahrbzw. in einer universitären Aufbauphase, die noch deutlich Impulseder Alpenforschung von Richard Weiss verrät, wenngleich eigene unddifferente Ansätze bereits erkennen lässt. Es wäre einfach, aufzuzei-gen, dass Niederers frühe Publikationen einen markanten For-schungsakzent im interalpinen Raum bestimmten, dem er sich, nebenvielen neu hinzu gekommenen Feldern, zeitlebens verpflichten sollte.Während Weiss sich allgemein stärker auf die traditionellen Behar-1 Überarbeitete Version des Vortragstextes( Wien, 4. Februar 2005).