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Bernhard Tschofen
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verfolgen wären. Es handelt sich im Folgenden gewissermaßen umein Fortdenken der Erkundungen auf einem Feld, das nicht nur dieWiener Europäische Ethnologie seit einigen Jahren beschäftigt hatund für das hier mit der Tagung( 1997) und dem Band ,, Ethnographi-sches Wissen"( 1999) bereits eine erste Zwischenbilanz vorliegt.4Diese Perspektive soll hier- jeweils mit Blick auf die volkskundlich-ethnographische Alpenforschung mit der aktuellen Debatte umPopularisierung in der Wissenschaftsforschung und einigen Grund-sätzen aus den Diskussionen der kritischen Anthropologie der ver-gangenen beiden Jahrzehnte verbunden werden. Das dahinter stehen-de abstrakte Ziel ist es, Instrumente und Ansätze zu entwickeln, mitdenen sich die Konstituierung der modernen Alpen als Wissensraumverstehen und analysieren lässt.
Alpenforschung als europäische Metaethnographie?
Dafür empfiehlt es sich, zunächst einmal den Blick nochmals um guthundert Jahre zurückzuwenden. Bekanntlich gerieten die Alpen nachder Mitte des 19. Jahrhunderts annähernd gleichzeitig in das Interes-sensfeld einer sich institutionalisierenden Alpenforschungs einerseitsund einer zur umfassenden Kulturpraxis entwickelten Bergsteigereiandererseits. Sie waren damals auch bereits als ein spezifischer Erfah-rungsraum in den Diskurs eingeführt, als ein Raum, in dem, das4 Köstlin, Konrad, Herbert Nikitsch( Hg.): Ethnographisches Wissen. Zu einerKulturtechnik der Moderne(= Veröffentlichungen des Instituts für VolkskundeWien, Bd. 18). Wien 1999. Für einen Tagungsbericht vgl. Beck, Stefan: Ethno-graphisches Wissen als Kulturtechnik. Tagungsbericht. In: Zeitschrift für Volks-kunde 94( 1998), H. 2, S. 259-262. Auch meine Dissertation versteht sich alsAuseinandersetzung mit touristischen und ethnographischen Wissenspraktikenin den Alpen- vgl. Tschofen, Bernhard: Berg- Kultur- Moderne. Volkskundli-ches aus den Alpen. Wien 1999.
5 Burckhardt- Seebaß, Christine: Erhebungen und Untiefen. Kleiner Abriss volks-kundlicher Alpenforschung. In: Recherche alpine. Les sciences de la culture faceà l'espace alpin. Hrsg. von der Académie suisse des sciences humaines etsociales/ Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Ber-ne/ Bern 1999, S. 27-38. Erstmals ausführlich einer Geschichte der ethnographi-schen Alpenforschung( wenngleich mit überdeutlich westalpinem Fokus) wid-mete sich die Grenobler Tagung„ Fondateurs et acteurs de l'ethnographie desAlpes" des Jahres 2002; vgl. Abry, Christian, Alice Joisten( Hg.): Fondateurs etacteurs de l'ethnographie des Alpes(= Le Monde alpin et rhodanien 31/2003).Grenoble 2003.