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Werner Bellwald
ÖV LIX/ 108
diesem unmittelbaren Umfeld sind wohl die für Eugenie Goldsternprägenden Momente zu suchen. Bezeichnenderweise widmet Euge-nie Goldstern ihre 1922 erschienene Monographie über BessansMichael Haberlandt und präzisiert im Vorwort, auf Anregung vanGenneps sei sie in die Maurienne gegangen. In seinem Artikel mit denEthnotexten Goldsterns bemerkte auch Klaus Beitl, dass es die beidenwaren, die Eugenie Goldstern mit den traditionellen Kulturen desAlpenraumes bzw. mit den Feldforschungsorten vertraut machten.53Natürlich las und zitierte Goldstern( später) Rütimeyer, teils sogarintensiv. 54 Und auch Rütimeyer hat( später) die Arbeit von EugenieGoldstern zur Kenntnis genommen und zitiert.55 Für persönlicheKontakte jedoch lassen sich, da entsprechende Unterlagen bishernicht aufzufinden waren, keine Belege beibringen; im Gegenteil:1918 zeigt eine Anmerkung Rütimeyers, dass sich die beiden wohlnicht persönlich kannten: ,, Wie ich einer freundlichen Mitteilung vonHerrn Prof. E. Hoffmann- Krayer entnehme, hat Frl. Goldstein[ sollteheissen Goldstern] unlängst auch im Tavetsch Steinlampen in recht-eckiger Trogform gesehen." 56 In den Sammlungen des Museums fürVolkskunde in Basel, der Handschriftenabteilung der Universitäts-bibliothek, des Basler Staatsarchives und in den privaten Nachlässenkonnte ich nur einen einzigen Brief von Eugenie Goldstern auffinden;er scheint sich an Hoffmann- Krayer zu richten und bringt in unseremZusammenhang inhaltlich leider wenig.57 Auch gelangten über Euge-53 Beitl, Klaus: Des ethnotextes indits dEugénie Goldstern. Notes sur les coutu-mes de sept communes de Maurienne( Savoie) datés de lànné 1914. In: Lemonde alpin et rhodanien, 1-4/ 2003, S.11-45, hier S. 39.
54 In ihrer Arbeit über das Münstertal( 1924) und über die Spielzeugtiere( WienerZs. f. Vkde, 1924) zitiert Goldstern wiederholt Rütimeyers Arbeiten über diearchaischen Gegenstände( SAVk 1916, SAVK 1918).
55 Rütimeyer zitiert in der Ur- Ethnographie( wie Anm. 2, S. 15, 54, 336) GoldsternsArbeit über die Hochgebirgswelt in Savoyen und Graubünden( 1922).
56 Rütimeyer( wie Anm. 13, S. 12); die selbe Bemerkung blieb auch in der Ur-Ethnographie( wie Anm. 2, S. 53) stehen.
57 Unter der Nummer VI 60887 befindet sich im Museum der Kulturen, Basel, einKonvolut mit einigen Dutzend Autographen. Diese gelangten von Frau Kummer( einer Nichte Rütimeyers) über Walter Escher( Volkskunde, Basel) in den 1980er-Jahren ins Museum. Das Gros dieser Korrespondenzen richtet sich an Rütimeyer;das folgende Schriftstück aber dürfte eher an Eduard Hoffmann- Krayer gerichtetgewesen sein:
,, Wien, 17/ VI/ 1913
Sehr geehrter Herr Professor!
Ich fühle mich ausserordentlich schuldig vor Ihnen, dass ich erst heute meinem