2005, Heft 2-3
Jahrtausende lang zäh und unveränderlich..."
7. Leopold Rütimeyer und Eugenie Goldstern?
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Zu Recht warnt Konrad Köstlin im hier vorliegenden Beitrag vornachträglichen Konstruktionen: Stellten wir aufgrund formaler Ähn-lichkeiten eine Beziehung zwischen den beiden Forschenden her, sobegingen wir in der Tat den selben methodischen Fehlschluss wie ihmdie Ur- EthnographInnen selbst verfielen...
Beim derzeitigen Stand des Wissens und bei den spärlichen Infor-mationen über die Person Eugenie Goldsterns lässt sich nur Folgen-des sagen: 1912 war die Forscherin erstmals im Wallis.49 Damals warvon Rütimeyers volkskundlichen Publikationen, nur der Maskenar-tikel im Globus( 1907) erschienen an dessen Ende er allerdingsschon auf altertümliche Konstruktionsweisen von Gebäuden( Pfahl-bau) und auf Geräte hingewiesen hatte und dass ,, sich so mancheserhalten hat, dessen Wiege vielleicht im Schosse der Prähistorieliegt" 50 Weitere Aufsätze über archaistische Gerätschaften datierenerst von 1916 und 1918, das Hauptwerk von 1924. War Rütimeyeralso, wie es auf den ersten Blick erscheinen könnte, einer der Mento-ren von Eugenie Goldstern oder waren die Weichen schon vorhergestellt worden, nämlich in Wien selbst?
Von Michael Haberlandt und seiner ,, weltumspannenden Betrach-tungsweise war bereits die Rede und wohl zu Recht weist FranzGrieshofer darauf hin, dass Haberlandt senior es war, der die bei ihmseit 1910/11 studierende Eugenie Goldstern auf die Reliktforschungaufmerksam machte.51 Erinnert sei auch an Haberlandt junior: ArthurHaberlandt, dessen Doktorvater Prähistoriker war, dissertierte mit,, Prähistorisch- Ethnographische Parallelen“( Braunschweig 1912)und habilitierte sich bereits zwei Jahre darauf mit„ Prähistorisches inder Volkskunst Osteuropas“. Er versuchte ,, die Intentionen der Ethno-graphie, der Anthropologie und der Urgeschichte zu verbinden." 52 In
49 Erster Feldaufenthalt 1912 laut Ottenbacher, Albert: Eugenie Goldstern. EineBiographie. Wien 1999, S. 38 und Grieshofer, Franz: Volkskunde: EugenieGoldstern. In: Ur- Ethnographie( 2004), S. 41–43.
50 Über Masken und Maskengebräuche im Lötschental( Kanton Wallis). In: Globus,Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde[ Braunschweig], 91/1907, S. 201-218,hier S. 217.
51 Grieshofer, Franz: Volkskunde: Eugenie Goldstern. In: Ur- Ethnographie( 2004),S. 41-43.
52 Grieshofer, Franz: Prähistorie: Ur- Ethnographie. In: Ur- Ethnographie( 2004),S. 33-34.