2005, Heft 2-3
Jahrtausende lang zäh und unveränderlich..."
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Zu Menge, Herkunft und Art der Gegenstände lässt sich nach Einsichtin den Katalog des Basler Museums- hier möchte ich Dominik Wun-derlin für die Einsicht und die Mitarbeit bei der Auswertung herzlichdanken Folgendes sagen: Was die europäische Sammlung betrifft,gelangten gesamthaft an die 730 Gegenstände durch Leopold Rütimeyerins Basler Museum; vom Umfang her also in etwa vergleichbar mit dem,was Eugenie Goldstern zusammentrug.16 Sie verteilen sich folgender-massen: Schweiz 680 Objekte, Ausland 50 Objekte( also etwa 7%;vor allem aus Griechenland und Italien, wenige aus Frankreich undDeutschland). Die in der Schweiz gesammelten Objekte stammen, wieauch die kartographische Darstellung der Auszählung zeigt, in ersterLinie aus dem Alpenraum, das Voralpengebiet ist nur noch mit wenigenGegenständen vertreten, das Tiefland quasi nicht.
Auf einen Blick macht die geographische Verteilung die Interesse-dominanz am Alpenraum sichtbar. Entsprechend verhält es sich umdie Objektkategorien: Das Sammlungsprinzip lautet kurzum: Survi-vals. Was als archaisch erkannt wurde, wurde im Feld wie aus derLiteratur aufgenommen. Thematisch nehmen die Spielzeugtiere mitca. 300 Objekten über ein Drittel ein; die Objekte aus Lavez( vorallem Talglampen), sind mit etwa 50, die Tesseln mit 40 und dieMasken( zubehöre) mit 35 Stück vertreten; nebst diesen zentralenGruppen finden wir z.B. Gebäckmodel oder Textilien mit etwa 20, 25Gegenständen; das letzte Drittel der Sammlung setzt sich aus dispa-raten Objekten verschiedenster Kategorien zusammen, die jedoch imSystem der Stammbaumtabellen durchaus ihren Platz finden. Ebensosind die wenigen auf Auslandreisen gekauften Objekte in der Regelsolche, die äußerlich an antike bzw. archäologische Formen erinnernoder als Vergleichsstücke zu Gegenständen aus dem Alpenraum die-nen. Als Charakterisierung der Sammlung Rütimeyer lässt sich, wieChristine Burckhardt- Seebaẞ sagt, von Gestaltheiligkeit( das Spiel-zeug, die Lampe, die Maske) oder von Materialheiligkeit( Lavez,Holz) sprechen, was nicht auch heißt, dass im einen oder anderen Fallder Anmutungscharakter eines Objektes ausschlaggebender gewesensein mag als seine Zugehörigkeit zur Stammbaumtabelle.
16 Aus der Sammlung Eugenie Goldstern sind im Museum in Wien 806 Objekteerhalten. Grieshofer, Franz: Das Museum als Speicher alpiner Lebensformen. In:Ur- Ethnographie. Auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur. DieSammlung Eugenie Goldstern. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Öster-reichischen Museum für Volkskunde, Wien 2004, S. 39-40.