2005, Heft 2-3
Jahrtausende lang zäh und unveränderlich..."
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ten in seine Praxis; die medizinischen Veröffentlichungen erreichenzwei Dutzend an der Zahl. Doch es blieben Kapazitäten frei.
,, Zur geistigen Erfrischung und Erholung vom täglichen ärztlichenBerufe", wie Rütimeyer in der Retrospektive selbst schreibt, wendetsich der gut 30- Jährige in den endenden 1880er- Jahren einer Freizeit-beschäftigung zu, die ihn während der folgenden 40 Jahre nicht mehrloslassen wird: Die Ethnologie und, später, die Volkskunde- die erselbst übrigens kaum so getrennt hätte. 1889 bricht Rütimeyers Pas-sion aus: Er begleitet seine beiden Basler Freunde Paul und FritzSarasin ursprünglich zwei Zoologen, die sich während ihres langenBerliner Aufenthaltes durch Kontakte mit den dortigen Ethnologenimmer mehr der Völkerkunde zuwandten – auf eine Ägyptenreise, diedem Erwerb völkerkundlicher Objekte dient. Rütimeyer beginntselbst zu kaufen, wovon ein Nachruf folgendes Bild entwirft: ,, InKairo erwarb er z.B. auf dem Markte aus der Hand des fahrendenSängers die Laute; in Palermo ließ er den Bauern auf der Strasse denEselkarren ausspannen und nahm das Gefährt mit dem Geschirr zuHanden; in Umbrien, in Griechenland, später im Puschlav hat eraltertümliche Pflüge vom Acker weggekauft.“ Zurück zur Ägypten-reise von 1889. Zu Hause verwertet Rütimeyer die Reiseeindrücke infünf Artikeln, wagt sich an die Inventarisierung der von der Reise-gruppe erworbenen Objekte – immerhin 330 Nummern- und ver-öffentlicht im Jahr darauf das Heft ,, Die ägyptische Abteilung derethnographischen Sammlung der Universität Basel.“ Weitere Rei-sen- und mit ihnen Dutzende Publikationen und Hunderte, Tausendevon Objekten- folgen: 1902 Ceylon; 1906 Sizilien, Malta, Tripolis,Tunesien; 1912 Algerien; 1915 Griechenland; 1927 nochmals Ägyp-
ten.
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Von einer dieser Reisenberichtet sein Weggefährte:„ Reisen mit Rütimeyer waren übrigenseine anstrengende Sache. Ruhetage gab es nicht; jede Stunde sollteausgenützt werden. In den wenigen zur Verfügung stehenden Wochenmusste die ganze Insel bereist, der Adamspik und die höchste Erhe-bung Ceylons, der Pedrotallagalla erstiegen, jeder Tempel besuchtund die Ruinen von Anuradjapura eingehend studiert werden. Ammeisten lag ihm daran, Vertreter des Urstammes der Weddas zuGesicht zu bekommen, und so musste auch eine Fußreise nach demNilgaladistrikt im östlichen Niederland in das Reiseprogramm aufge-6 Rütimeyer, Willy( wie Anm. 4), S. 474.
es ist jene von 1902 nach Ceylon