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Klaus Beitl
ÖZV LIX/ 108
Gebrauch seiner Studenten geschrieben hat, bei welchen er eineneklatanten Mangel an Kenntnissen der Prä- und Protohistorie festzu-stellen vermeinte. 20 Aus diesem Grund unternimmt er es, die ganzeMenschheitsgeschichte in ihren Entwicklungsstufen darzustellen unddiese in einzelnen Kapiteln auf fünf bestimmende Faktoren zurück-zuführen: auf die Macht des Biologischen und des natürlichen Mi-lieus, auf die Faktoren der Technik und der Kunst sowie auf dielangsame Sozialisation der Menschheit und die sich daraus ergeben-den Sozialstrukturen. Ein erklärtes Ziel des Essays ist es endlich, eineVerknüpfung der Vor- und Frühgeschichte mit der modernen Sozio-logie herzustellen und auf solche Weise zu der Erkenntnis zu ver-helfen, dass die Protohistorie in wesentlichen Zügen als eine Präfigu-ration des 20. Jahrhunderts anzusehen sei. Es wird das volle Gewichtauf die Phänomene der Kontinuität gelegt, auf langes kulturellesVerharren( longue durée), worauf in Summe das Konzept der ar-chéocivilisation begründet erscheint.
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Ein Vierteljahrhundert später, 1978, veröffentlicht André Varag-damals bereits 85 Jahre alt und emeritierter Generaldirektor desMusée des Antiquités Nationales und Directeur d'études an der Écoledes Hautes Études en Sciences Sociales( EHESS), gemeinsam mitseiner Frau Marthe Chollot- Varagnac, ihrerseits Prähistorikerin undForschungsassistentin an der EHESS, das wissenschaftliche Taschen-buch ,, Les traditions populaires". 21 Dieses Bändchen enthält dieletztlich zusammenfassende Darstellung des Lehrgebäudes AndréVaragnacs. Rekapituliert werden darin der wissenschaftliche Werde-gang des Gelehrten( objektiviert durch den Gebrauch der 3. Person)im Kontext der allgemeinen Fachgeschichte und die Entwicklung desLehrsatzes der archéocivilisation, nunmehr verknüpft mit dem Gel-tungsanspruch als Grundlage für eine selbständige wissenschaftlicheDisziplin. Ein in diesem Zusammenhang gescheiterter Versuch einereigenen Institutsgründung findet sich im Archiv des Pariser Volks-kundemuseums dokumentiert. Noch einmal werden die Fragen derPrä- und Protohistorie diskutiert und in neun aufeinander folgendenKapiteln entsprechend dem klassischen Kanon volkskundlicher
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20 Rezension von Marie- Louise Tenèze, in: Arts et traditions populaires, Revuetrimestrielle de la Société d'ethnographie française, 3, 1955, S. 263–264.
21 Varagnac, André, Marthe Chollot- Varagnac: Les traditions populaire.(= queais- je? Collection encyclopédique, 1710). Paris: Presses universitaires de France,1978, 128 Seiten.