2005, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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eines neuartigen Ausstellungskonzeptes gefunden haben. Schmid erkannte,dass es den Unternehmen nicht um reine Gegengeschäfte, geschweige dennbloße Logopräsenz ging, sondern um eine womöglich längerfristige Part-nerschaft mit gemeinsamen Werten( zum Beispiel bei Sozialprojekten oderim Bereich der Kinder- und Jugendkultur).
In die gleiche Kerbe schlug Karin Wolf vom Institut für Kulturkonzepte,Wien: Bereits der Begriff ,, Sponsoring“ sei bei der Suche nach Kooperati-onspartnern zu vermeiden, ein verstärktes Miteinander, Kreativität undMarketing seien gefragt, um vor allem auch Klein- und Mittelbetriebe fürein ,, rentables Investieren“ in Kulturprojekte, für eine ,, Zusammenarbeit“zu begeistern. Dabei müssten Museen in Zukunft selbstbewusster agieren,denn sie haben der Wirtschaft viel zu bieten. Durch die Zusammenarbeit mitKulturbetrieben wird nicht nur das Image eines Unternehmens nach Außenhin gesteigert, sondern auch die interne Kommunikation verbessert. Da sollauch in Zukunft die Vermittlungsabteilung eines Museums eine stärkereRolle spielen, wie dies etwa bereits im Technischen Museum Wien( TMW)praktiziert wurde. Die Leiterin des Bereiches Museumspädagogik, BeatrixHain, berichtete gemeinsam mit Christine Lixl, der Leiterin der Marke-tingabteilung des TMW, über Sponsoringpartnerschaften, bei denen Ver-mittlungsprogramme zusätzlich zu vergünstigten Vermietungen als Gegen-geschäfte angeboten worden waren. Während sich Erwachsene einen Vor-trag anhörten, wurden die Kinder altersgerecht betreut. Beobachtbar seijedoch ein allgemeiner Trend in Richtung Sach- und Dienstleistungsspon-soring, ob es sich um Essensgutscheine der örtlichen Gastronomen handelt,oder um den Druck von Aussendungen einer Firmendruckerei beziehungs-weise Gratiskopien von Ausstellungsbegleitheften für Lehrkräfte etc.
Die Kunsthistorikerin und Finanzberaterin der Österreichischen Natio-nalbibliothek, Elisabeth Edhofer, die sich selbst als Dolmetscherin zwischender Wirtschaft und den Sammlungen ihrer Institution versteht, betonteihrerseits, wie wichtig gemeinsame Bezüge( historische Verbindungen, ge-meinsame Anliegen oder Zielgruppen etc.) zwischen einem Kulturbetriebund dem Wirtschaftsunternehmen sind. Es braucht im Schnitt zwei Jahrevom Finden eines geeigneten Partners bis zu einem langfristigen Sponso-ringvertrag, bei welchem es immerhin um vier- bis fünfstellige Eurobeträgegeht. Der Referent Karl Posch, Bürgermeister der kleinen steirischen Ge-meinde Wies, meinte, dass er mit potentiellen Großsponsoren – dabei han-delt es sich in Österreich um ca. 400 Firmen eher schlechte Erfahrungengemacht habe, hingegen die Kooperation mit kleineren Unternehmen bisdato positiv waren. In einem persönlichen Gespräch und einer individuellenBetreuung ließen sich die Zuständigen in einem Unternehmen eher begeis-tern. Doch jede Partnerschaft, gleich ob mit Groß- oder Kleinsponsoren,
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