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Ingo Schneider
ÖZV LIX/ 108
Beispiel 2: cIMEC
Das kulturelle Erbe beschäftigt nicht nur internationale Organisatio-nen. Seit einigen Jahren begegnet es uns in unterschiedlichen Spiel-arten auch auf nationaler Ebene. Als ein Beispiel, das auf andereDimensionen unseres Themas verweist, sei das ,, Institutul de Memo-rie Culturala( Institute for Cultural Memory)"( abgekürzt cIMEC) inBukarest angeführt. 34 Das 1978 begründete, dem rumänischen Kul-tusministerium unterstellte Institut wurde als staatliche Organisationfür die digitale/ computerisierte Aufzeichnung des kulturellen Erbesbegründet. Seine Hauptaufgabe ist nicht weniger als die Sammlung,Dokumentation und Digitalisierung des gesamten kulturellen ErbesRumäniens. Das Institut verwaltet, teilweise bereits im Netz abrufbar,komplexe Datenmengen zu einem weiten Spektrum an Kulturgütern,von Archäologie über Numismatik, alten Handschriften zu Baudenk-mälern und vieles andere mehr. Ein beträchtlicher Teil der Datenbetrifft auch Bereiche traditioneller Kultur. So hat cIMEC z.B. ca.760.000 Museumsobjekte digitalisiert. Viele davon sind Alltagsge-genstände wie bäuerliche Geräte, Objekte der Volkskunst, des tradi-tionellen Handwerks oder der Volksfrömmigkeit. Darüber hinauskann man auf der Webseite des Instituts ein virtuelles Museum mitExponaten aus sämtlichen rumänischen Freilichtmuseen besuchenmit detaillierten Angaben und Abbildungen zu landwirtschaftlichenGebäuden von ganzen Gehöften bis zu Wind- und Wassermühlen oderStampfen.35 Die online abrufbaren ethnographischen Datensätze be-laufen sich derzeit insgesamt auf etwas über 19.000.36 cIMeC ver-waltet weiters Aufzeichnungen über 23.000,, cultural heritageowners", auch davon ein wesentlicher Teil Menschen, die altes Hand-werk, traditionelle Volkskunst von bestickten Decken bis zu bemaltenOstereiern erzeugen. Es ist nicht wirklich verwunderlich, aber den-noch bemerkenswert, dass cIMeC als eine noch in Zeiten des realenSozialismus gegründete Institution nach der Wende nicht nur unge-mindert, sondern verstärkt weitergeführt wird. Das nationale Interes-se am kulturellen Erbe hat sich offensichtlich nicht geändert. Esscheint sogar gestiegen zu sein. Über die Bedeutung traditionellerKultur für die Stiftung nationalstaatlicher Identität einerseits, aber34 http://www.cimec.ro/default_eng.htm
35 The Virtual Museum of Ethnographical Monuments in Romanian Open AirMuseums.- http://www.cimec.ro/scripts/aer_eng/default.asp
36 http://www.cimec.ro/scripts/pcn/index/