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Chronik der Volkskunde
ÖZV LVIII/ 107
Wohnen nach 1945". Schwerpunkte dieses Vorhabens sind der privateWohnbereich, Wohnstile und Accessoires. Besonders geprägt war der Stildieser Zeit durch die so genannten ,, SW Möbel", ein österreichischesProjekt, bei dem die Gewerkschaft Architekten beauftragte, einfache undleistbare Möbel zu entwerfen. Diese ,, Gewerkschaftsmöbel“ wurden ab1954 verkauft. Leider sind zum Thema Wohnkultur in dieser Zeit nur wenigeQuellen vorhanden. Herangezogen werden Firmenprospekte und Kataloge.Im Rahmen des Projektes werden auch neue Sammelbestände für dasSchlossmuseum Linz systematisch aufgebaut.
Anschließend referierte Hiltraud Ast, Leiterin des WaldbauernmuseumsGutenstein, zum Thema ,, Waldarbeit im Wandel“. Als Quellen dienten Pro-duktkataloge und Fotografien zum Arbeitsalltag der Holzknechte aus demumfangreichen Bildarchiv des Museums. Auch die Waldarbeit unterlag in denvergangenen Jahrzehnten einem enormen Wandel. Arbeiten, die ursprünglichdurch Gruppen von Holzknechten mit verschiedenen( teils selbst adaptierten)Werkzeugen verrichtet wurden, werden heute von einem einzelnen Arbeiter mithochspezialisierter technischer Ausrüstung ausgeführt. Die heutigen Wegenet-ze in den Wäldern ermöglichen den effizienteren Einsatz der Technik, was einökologischeres Wirtschaften ermöglicht. Dieser Wandel hat auch die Lebens-umstände der Holzarbeiterfamilien drastisch verändert.
Die freiberuflich tätige Volkskundlerin Elisabeth Schiffkorn( InitiativeKultur+) schilderte das Projekt ,, Schmuggeln. Vom, Nebenerwerb, zur Tou-rismusattraktion“, welches sich seit 1995 mit dem Schmuggel über dieösterreichisch- bayrische Grenze zu Kriegsende und in der unmittelbarenNachkriegszeit befaßt. Schmuggeln war Teil der Überlebensstrategie, durchdas Schmuggeln beschaffte sich ein Teil der Bevölkerung Güter des tägli-chen Bedarfs für sich und zum Weiterverkauf. Im Rahmen eines touristi-schen Projektes wird das Thema des Schmuggelns wieder aufgegriffen.Entlang einer ehemaligen Schmugglerroute wurde ein Wanderweg mit thea-tralischen Einlagen errichtet, auf dem versucht wird, das Thema umfassendzu vermitteln. In einem so genannten ,, Schmugglerpass" sind Schmuggler-stationen aufgelistet. Es wird aber auch auf Sehenswürdigkeiten und dieGastronomie der Region hingewiesen. Dem Bericht folgte eine heftigeDiskussion im Publikum. Hinterfragt wurde, ob sich ausgebildete Wissen-schafter touristischen und erlebnisorientierten Projekten dieser Art zur Ver-fügung stellen sollten.
Susanne Breuss, Mitarbeiterin des Wien Museum Karlsplatz, berichteteüber ein geplantes Ausstellungsprojekt zum Thema ,, Essen, Trinken, Kon-sumieren“, das im Rahmen des Projektes ,, Alltagskultur nach 1945" aberauch anlässlich des Jubiläums„, 50 Jahre Staatsvertrag“ im Jahr 2005 unddes Aufbaus des neuen Departments ,, Geschichte und Stadtleben ab 1918"