Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde107 (2004) / N.S. 58Beitl, Matthias: Usbekistan-Passage entlang neuer Identitäten

  
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Usbekistan-Passage entlang neuer Identitäten
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ÖZV LVIII/ 107

Abb. 1: Registan in Samarkand, 2003

und die verringerte Souveränität des Ichs-, dass wir das Reisen oft alsUrlaub nicht nur von der gewohnten Umgebung, sondern auch von uns selbsterleben." 10

Die Großartigkeit dieser Ansicht hat schon während der Sowjetzeit vieleTouristen nach Samarkand und Buchara, den Seidenstraßen- Städten ge-lockt. Die große Anzahl an neuen, privaten Bed& Breakfast in guter Qualitätweist auf eine entsprechende Besucherfrequenz hin und reflektiert klar denkollektiven Willen zum Ausbau des Tourismuspotentials.

Dass diese klingenden Namen im Staat Usbekistan zu finden sind, magda für manche Wahrnehmung aus der Distanz schon nicht mehr so bekanntsein." Die Hauptstadt Taschkent wird oftmals pauschal in Zentralasienverortet. Das scheint verständlich, da die Republik Usbekistan in der vor-liegenden Form überhaupt erst seit ihrer Unabhängigkeit von der Sowjet-

10 Greenblatt( wie Anm. 9), S. 16.

11 Diesen ,, weißen Fleck dokumentiert auch eine kleine Episode: Bei einer Aus-stellungseröffnung unter dem Titel, United Space. Wien- Taschkent- Wien" am22. April 2004 versammelten sich Künstler aus Usbekistan und Österreich, umihre Werke, die in gemeinsamen Arbeitsphasen hier und dort entstanden waren,zu präsentieren. Eine der österreichischen Künstlerinnen sprach stellvertretendfür die anderen von der unendlichen Gastfreundschaft, auf die man getroffen war,nachdem man bis vor einem Jahr gar nicht gewusst hatte, wo Usbekistan liegt.