2004, Heft 1
Literatur der Volkskunde
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in ÖZV XLVIII/ 97, 1995, S. 507–511). Der vorliegende Band deckt einenZeitraum von mehr als zehn Jahren ab und enthält nicht die lange erwarteteBibliographie( G. Aikaterinidis hatte im vorhergehenden Band die volks-kundliche Bibliographie von Griechenland für die Jahre 1975-1985 mit über4.000 Nummern publiziert), die somit beim Jahr 1985 steht. Dies ist umsobedauerlicher, als erstens die annotierte volkskundliche Bibliographie, dieDemetrios Lukatos in Eigenregie in der„ Laographia" herausbrachte, indieser Form wohl nicht weitergeführt werden kann( der langjährige Präsi-dent der Griechischen Volkskundlichen Gesellschaft hat sich aus Altersgrün-den abwählen lassen und ist inzwischen verstorben), als zweitens auch dieInternationale Volkskundliche Bibliographie( IVB), für die im letzten Jahr-zehnt der Rezensent die griechischen Eintragungen lieferte, auf ihren näch-sten Band warten lässt, als drittens das unschätzbare InformationsorganDEMOS definitiv nicht weitergeführt werden kann und viertens wesentlicheRezensionsorgane wie die ,, Südost- Forschungen“,„ Zeitschrift für Balkano-logie“,„ Byzantinische Zeitschrift“,„ Journal of Byzantine and ModernGreek Studies" usw. Griechenland bzw. die griechische Volkskunde nur amRande berücksichtigen können, womit nun die wesentlichsten Hilfsmittelfür die vergleichende Volkskunde, was Griechenland betrifft, wegfallen. DerRezensent wird versuchen, dies in den folgenden Bänden der ,, Laographia"mit einer Bibliographie zur griechischen Volkskultur in den europäischenHauptsprachen aufzuwiegen, in einer ähnlichen Form wie dies Klaus Rothfür den orthodoxen südslawischen Raum getan hat. Für all diese Säumigkei-ten können, zumindest für die letzten Jahre, eine Reihe von Gründenangeführt werden, worunter die wichtigsten die Pensionierung vieler frühe-rer Redakteure, die Übersiedlung des Forschungszentrums in ein neoklassi-zistisches Gebäude in der Plaka sowie die Erfassung des unerschöpflichenArchivs durch Computerdateien zu nennen sind.
Die Studien beginnen mit einem Artikel der leitenden Redakteurin Aika-terina Polymeru- Kamilaki über Maße und Messungen in Symbolik undRealität( S. 5–28, English summary: ,, Measures and Measuring: Symbolismand Reality"), ein Artikel der nicht bloß Handel und Konsum betrifft,sondern vor allem die Rechtsvolkskunde und die Jenseitsvorstellungen. Denzweiten Beitrag liefert Georgios Aikaterinidis, der heutige Nestor der grie-chischen Feldforschung, über ein Oster- Dromenon in Kali Vrysi im Raumdes nordgriechischen Drama( S. 29-40, 4 Abb., English summary:„ AnEaster Tradition at the Village Kale Vryse of Drama“): Es geht um einenRegenbittumzug am Donnerstag nach Ostern mit Litaneien, Priestern undIkonen, die in zyklischer Form die Dorfkapellen aufsuchen, welche imallgemeinen den„ geheiligten“ und beschützten Raum der Menschensied-lung von der dämonischen Natur außerhalb abgrenzen. Dabei kommt es