2004, Heft 1
Grigorij Kupczanko( 1849-1902)
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,, podolischen Russen, huzulischen Russen, bojkischen Russen undlemkischen Russen". Der Kommentar zu den zahlreichen Abbil-dungen erfährt im Vergleich zum ersten Werk über die Bukowina einequantitative und qualitative Erweiterung. Kupczanko beschränkt sichnun nicht mehr darauf, Kleidung, Gegenstände und Physiognomie zubeschreiben, sondern beginnt in erzählerischer Freiheit jedes Bild indie gängigen Narrative des Alltags, welchem es entstammt, rückzu-übersetzen. In Anmerkungen zu einem Bild zweier Pokutjanerschreibt er: ,, Der Mann und die Frau aus der Region Kosiv tragen ihreSommerkleidung. Gerade eben haben sie sich darauf vorbereitet,gemeinsam in die Stadt zu gehen. Im letzten Augenblick vor demAufbruch setzt sich der Mann an den Tisch, um schnell noch einenBorschtsch zu essen. Die Frau nimmt daraufhin am anderen Ende desTisches Platz und beginnt darüber nachzudenken, was man aus derStadt für das Haus brauchen könnte."[ 34, S. 61-63] Eine ähnlicheAusgestaltung erfährt auch eine gegen Ende des Textes angeführteAbbildung einer Straßenszene, in deren Zentrum ein Lyraspielersteht: ,, Unter dem hohen Kreuz am Weg sitzt ein blinder Mann, dersingend Lyra spielt. Seine Hose ist alt und geflickt. Seine Schuhe sindebenfalls alt(...). Der junge Mann, welcher den Alten führt, stehtneben dem Kreuz, Seine Kleidung ist ebenfalls alt und zerrissen(...).An der einen Seite des Alten stehen zwei verheiratete Männer diegerade aus der Stadt zurückkehren. An der anderen Seite stehen zweiFrauen, ein Fräulein und ein Mädchen, welche ebenfalls gerade ausder Stadt zurückkehren. Sie bleiben gemeinsam vor dem Lyra spie-lenden Alten stehen und lauschen aufmerksam seinen Liedern überdie Hl. Mutter Gottes, den Hl. Nikolaus, Lazar, usw.“[ 34, S. 70]
Die Reihe regionaler Forschungen schließt Kupczanko 1897 mitdem dritten Buch„ Die ungarische Rus und ihre russischen Einwoh-ner"[ 44] ab. Wie schon zuvor bildet der„, Ethnographische Teil“ eineigenes Kapitel[ 44, S. 46-62]. Im Unterschied zu der Galizien ge-widmeten Untersuchung und methodisch näher an der Arbeit über dieBukowina, konzentriert sich Kupczanko hierbei vor allem auf eineDistinktion nach Merkmalen der materiellen Kultur. Neben den be-reits gebräuchlichen Kategorien von„, Namen, Wuchs, Äußeres, Ge-müt, Bräuche, Sitten und Kleidung" betont er die Aussagekraft derjeweils verschiedenen Bauarten von Wohnhäusern und Wirtschaftsge-bäuden. Nach der gemäß diesen Schemata geleisteten Charakterisierungvon Dolynjanern, Werchowynern, Krajnjanern und Spitschakern