2004, Heft 1
Grigorij Kupczanko( 1849-1902)
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derspruch steht, so traf diese doch für weite Teile der nicht- deutsch-sprachigen Bevölkerung der Bukowina und Galiziens zu jener Zeit zu.
Peripherie und Zentrum Wien und die Reisen durch Europa
Nach dem Abschluss des Gymnasiums entschloss sich der nunmehrZwanzigjährige zu einem Studium an der philosophischen und derjuristischen Fakultät der Universität Wien[ 15, S. 5; 9, Bl. 39]. Hierwaren es vor allem die Vorlesungen von K. Mikloschytsch über die,, slawische Einheit“, welche die politischen Überzeugungen des jun-gen Studenten festigten und ihn anregten, politisches Engagement mitakademischer Geschichtswissenschaft und volkskundlichem Wissenin Verbindung zu bringen.
Trotz seines zwiespältigen Verhältnisses zur österreichisch- unga-rischen Monarchie entschied sich Kupczanko 1870 für einen Eintritt indie k.u.k. Armee und spezialisierte sich im Rahmen seiner Ausbildungauf das Schießen. Doch schon ein Jahr später, 1871, begann er alsJournalist und Herausgeber zu arbeiten. Während des Krieges zwischenRussland und der Türkei( 1877-1878) war er im Lager der russischenTruppen für österreichische Zeitungen als Kriegsberichterstatter tätig.Kurz darauf, in den Jahren 1881/82, begann er seine ausgedehntenReisen durch Österreich, Deutschland, Belgien, die Schweiz, Englandund Frankreich. 1884 heiratete er eine polnische Frau lutherischenGlaubens, welche ihm kurz darauf einen Sohn Wolodymir gebar. Siestarb jedoch 1886 und Kupczanko engagierte die Kinderfrau TheophilaProzjukewytsch'. Interessant ist hierbei, dass diese Person, die folgen-den 16 Jahre ständige Begleiterin Kupczankos und Erzieherin seinesSohnes, in keinem der privaten oder öffentlichen Dokumente aufscheint.Allein Kupczankos Testament vom 12. April 1902 lässt auf eine engeBindung zwischen Grigorij und Theophila schließen.
Grigorij Kupczanko starb am 28. April 1902 im Alter von 53 Jahrenin seiner Wohnung in der Dittesgasse 1 in Währing( XVIII. WienerGemeindebezirk) an einer Lungenentzündung.' Begraben wurde er
7 Geb. 21.05.1858 im Dorf Iwaniwzi in der Bukowina[ 9, Bl. 29].
8 Testament von Gregor Kupczanko. In: Wiener Stadt- und Landesarchiv. Nachlassvon Gregor Kupczanko.- AIII 355/2/5. S. 6
9 Todfallsaufnahme. In: Wiener Stadt- und Landesarchiv. Nachlass von GregorKupczanko. AIII 355/2/3 und Totenbeschauprotokolle der Stadt Wien.Nr. 9935. In: Wiener Stadt- und Landesarchiv. Mikrofilme 1-1056, Nr. 771