2001, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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allzu oft besitzen die Objekte eine hohe Anmutungsqualität, der man sichschlecht entziehen kann, der man sich aber entziehen muß, wenn manKontexte schaffen will, um die Dinge für andere verständlich zu machen."( S. 115)
Karl- Sigismund Kramer hat seinerzeit schon nicht mehr gelebt. Es wurdeseiner Bedeutung auf der Tagung und im Vorwort dieses Buches- und auchanderswo- gedacht. Mit ihm entschwand ein warmherziger Mensch, der dieSachen, die er tat, ebenso sehr liebte wie die Menschen- wo sie es verdien-ten. Silke Göttsch hat sein ungehaltenes Referat gemeinsam mit CandySauer hier ediert- es ist ein Beitrag, der nachdenklich stimmt und der einembeim Lesen das Gefühl gibt, dass eine bedeutende und wiederaufzugreifendeEpoche der Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde zu Ende ging.
Wie schwer es ist, papierene Quellen in einer Ausstellung zum Sprechenzu bringen, zeigt uns Andrea Heinzellers Referat über ,,, Streit' im Museum",während Rainer Alzheimer über die virtuellen Museen, die es inzwischenzahlreicher gibt, ins Philosophieren gerät: ,, Webseite, Game, MUD. Aufdem Weg zu virtuellen Museen in Computernetzen?" lautet sein Thema.
Ganz etwas anderes bietet uns Bernward Deneke: ,, Wirtschaft und Pro-duktgestaltung. Bestimmungsfaktoren zum Geschmackswandel in der Sach-kultur des 19. Jahrhunderts" heißt der Titel dieses anspruchsvollen Textes.Am Beispiel der Textilproduktion und selbstverständlich unter Zitierung derBeckmannforschung wird uns erschlossen, wie Konsumentenkultur im19. Jahrhundert entstand. Er stellt den Museen die alte Aufgabe, eine ,, sub-tile Materialkenntnis“ zu erwerben, um erst dann„ Gesichtspunkte vonKonsumgeschichten am Beispiel der überkommenen Relikte selbst in dasBlickfeld zu rücken“( S. 163).
,, Möbelentwürfe um die Jahrhundertwende“ am Beispiel einer Möbelfa-brik in Cham untersucht Bärbel Kleindorfer- Marx. Diese Fabrik hat nochauf Bestellung gearbeitet, wodurch sich- so die Diskussion- eventuell dieenorme und gleichzeitige Stilvielfalt zurückführen lasse.
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In seinem Vortrag ,, Sachkulturforschung im grenzüberschreitenden undfächerübergreifenden Vergleich. Regional handeln global denken" fasstHelmut Ottenjann gelungen und prägnant seine in Jahrzehnten erarbeitetenLeistungen zusammen. Beispielgebend geht es da um„ C, Ohreisen“ ,,, Front-stollentruhen“ und deren kartierte Verbreitungsvektoren, also um Kultur-raumforschung.
Mit einem erfrischend neuen, ja ein wenig kessen Ansatz wird der Leserdes Textes von Christoph Köck konfrontiert. Er behandelt den Winter in derStadt München und den Winter in einem Skiort. Er sieht die beiden Orte undihre Dingwelt als in einem Dinguniversum aufeinander bezogen an- also àpart und doch zusammen. Entsprechend nennt er den Aufsatz ,, Gegenstände