Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
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2001, Heft 4

Chronik der Volkskunde

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Kleingruppen, Diskussionen der aufgeworfenen Fragen um das Verhältnisdes Menschen zum Wald in den verschiedenen europäischen Staaten( undAlltagskulturen) sowie letztlich die Erarbeitung möglicher Forschungsstra-tegien und die Auslotung einzelner Fragenkomplexe. Expertengesprächemit den Raum- und Stadtplanern der Munizipialverwaltung von Jyväskylä( das immer als lokaler Beispielfall diente) ließen Verbindungen zu Politikund Ökonomie herstellen und rückten die Fragen nach dem städtischen Grün( das in Finnland gerne den Charakter eines naturhaft inszenierten Waldesannimmt) in die Nähe des Citymarketings sowie regionaler und lokalerIdentitätspolitik. Die, finnische Naturliebe' wurde so zum Exempel für( nationale) Sonderwege der Modernisierung und gewann an historischerund sozialer Dimension- ein Veranschaulichungsprozeß, im Zuge dessenden TeilnehmerInnen auch eigene Selbstverständlichkeiten in ihrer Histori-zität und Konstruiertheit bewusst wurden. Die Exkursionen des Plenumshalfen, solche Befunde konkret zu verorten; sie führten zu Museen, Kultur-und Architekturdenkmälern und übten die gemeinsame, Lektüre' von kultu-rellen Repräsentationen als die auch, Landschaften begriffen wurden.

Die Vorstellung der Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitsgruppen amletzten Tag der Summerschool verband die Suche nach neuen Darstel-lunsgformen mit der Einübung in hergebrachte akademische Techniken.Dabei beeindruckte insbesondere die Gleichzeitigkeit von Kreativität undErnsthaftigkeit, mit der die mehrheitlich in der Mitte oder in der zweitenHälfte ihres Studiums stehenden Studierenden ihre Ergebnisse( oft waren esweniger Antworten denn Fragen) präsentierten.

Schließlich haben sich die Veranstalter und die im Netzwerk verbundenenLehrenden darauf verständigt, die Summerschool fortan aus organisatori-schen Gründen in einem Zweijahresrhythmus abzuhalten. Beibehalten wer-den soll die überschaubare Größe der Veranstaltung, auch wenn- wievorgeschlagen vielleicht Universitätsinstitute des Faches aus weitereneuropäischen Ländern in das Netzwerk aufgenommen werden sollen.

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Ein Fazit hat neben den Positiva der inhaltlich und organisatorisch gutenVorbereitung der Veranstaltung und neben all den Anregungen, die einederartige Zusammenarbeit bringt, insbesondere die Einbindung von Studie-renden und Kolleginnen aus den Reformstaaten Ost- und Mitteleuropas zubetonen. Die Fähigkeit der zur Wende 1989 gerade einmal Zehn- bis Fünf-zehnjährigen ,, europäisch( anstatt national) zu denken und zu argumentie-ren, bleibt eine eindrückliche Erfahrung dieser auch in sozialer Hinsicht sehrgelungenen Akademie.

Bernhard Tschofen