2001, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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das Feuer am Tartscher Bühel, das Scheibenschlagen vom gleichen Bühel,das Gregorispiel in Kortsch oder eine Grödner Hochzeit. Die Fotos auf denFahnen, alle im Katalog abgebildet, zeigen Beispiele der, Forschungsergeb-nisse der SS- Sonderkommission, geteilt in die drei Gruppen, Spiel undBrauch ,, Haus und Siedlung', sowie Arbeit'. Unter den Fotos sind u.a.Abbildungen vom Ostereierpecken, vom Kreismähen, einer Kranzkuh vordem Almabtrieb und vom germanisierten Wilde- Mann Glossar ::: zum Glossareintrag Mann- Spiel.
Nach der Eröffnung der Ausstellung, die durch Grußworte von Dr. BrunoHosp, Landesrat für Kultur in Südtirol, Dr. Hans Grießmair, Leiter desVolkskundemuseums in Dietenheim, und Dr. Elsbeth Köstlin, Kuratorin derAusstellung, vorgenommen wurde, referierten auf der Tagung insgesamtsieben Wissenschaftler über diverse Aspekte der Ergebnisse der Aktion derKulturkommission des SS- Ahnenerbes. Ein Zeitzeuge, Professor Kurt- Ru-dolf Fischer( Wien), las aus seinen noch unveröffentlichten Lebenserinne-rungen über das Jüdisch- Sein in den 1930er Jahren in Wien, seine Auswan-derung nach China, wo er acht Jahre als Boxer lebte, und seine Weltreiseweiter nach USA, wo er studierte und Professor für Philosophie wurde. Vor25 Jahren kehrte er nach langem Weg in seine Wiener Heimat zurück.
In den weiteren Vorträgen ging es hauptsächlich um die Ergebnisse derdrei längeren Aufenthalte Wolframs in Südtirol, die durch seinen Nachlaẞund durch die von ihm an die SS- Dienstbehörden gerichteten Arbeitsberich-te dokumentiert sind. Im Zentrum des Interesses standen immer die Fotos,aber es wurden auch Referate über die, Umvolkung in eine Sprachinsel',über Volksmusik und über den Umgang mit dem Nachlaẞ Wolframs, der inSalzburg aufbewahrt wird, gehalten.
In seinem Eröffnungsvortrag versuchte Konrad Köstlin( Wien) aus derGeschichte der Fotografie sowohl in Europa als auch in Amerika zu zeigen,wie man Bilder als dokumentierende Darbietung einer vergehenden Kulturbenutzte und wie Volkskundler immer wieder als, Todansager' fungieren.Die Vorstellung vom Ende der alten Kultur kommt deutlich in der Volkskun-de zum Vorschein, wie man in Aufsatz- und Büchertiteln sieht(, Ehe sieverklingen). Immer zeigten Volkskundler, auch in den Fotos, die Sehnsuchtnach dem Altertümlichen, nach dem Germanischen(, Die germanischenWurzeln des Sternsingens'). Köstlin verlegte seinen Blick bei Wolfram aufdessen biografisch und wissenschaftlich vorformulierte Nord- Sehnsuchtund zeigte, wie er diesen germanischen, Norden im Süden sowohl in denTexten nachzuweisen gesucht und in seinen Bildern herbeifotografiert hat.
Ulrich Hägele( Tübingen) skizzierte zunächst eine Geschichte des Foto-grafierens und meinte dann, daß man nicht von einer nationalsozialistischenFotografie als selbständigem Bildgenre sprechen könne. Immerhin habe esBildmerkmale gegeben, die schon vor 1933 gängige Praxis waren und die