Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde104 (2001) / N.S. 55Liesenfeld, Gertraud: Das Dorfmuseum Mönchhof als Laboratorium

  
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Das Dorfmuseum Mönchhof als Laboratorium
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ÖZV LV/ 104

reisten die angehenden Bühnenrequisiteure an, um sich auf dem Gebiet desAbgießens von Objekten in Polyestermasse und anschließendem Färbeln zuüben. Das Resultat waren etwa 500 Stück feuchtigkeits- und mäuseresistenteBrote, Semmeln, Salzstangerln, Kipferln, Guglhupfe, Nuß- und Mohnstru-del, Kekse und Torten: für den Greißlerladen, die Bäckerei und die Hoch-zeitstafel. 1999 kamen dann die Journalisten- und Photographenlehrlingemit ihren Lehrmeistern mehrmals nach Mönchhof, um einerseits für diestiftungseigene Zeitschrift ,, Märtblatt eine Photoreportage über das Muse-um, aber auch über unsere Tätigkeit dort zu machen, und um andererseitsden ersten Teil des Kataloges zu texten, zu layoutieren sowie mit entspre-chendem Bildmaterial zu versehen. Haubenwallners und ich standen ihnenfür ihre Aufgabe zur Verfügung, kurzzeitig auch die Proseminaristen diesesJahres. Eine der Schweizer Stiftinnen sie ist mittlerweile absolvierteRequisiteurin- war überdies die ganze Projektwoche mit von der Partie undversuchte sich sowohl im Restaurieren des Kinder- und Puppenwagenbe-standes von Josef Haubenwallner als auch im Überwinden von Schwel-lenängsten und Barrieren Fremdem und Fremden gegenüber. Beide Aufga-benstellungen gipfelten in einem durchaus positiven Versuchsresultat- jetztwarten die Kinderwagen auf ihre nächste Ausfahrt.

Die Kennzeichnung der vierten Laboratoriumstüre verweist auf Sonder-ausstellungen. Eine solche gestalteten studentische Teilnehmer einer Exkur-sion des Wintersemesters 1998. Thema der Lehrveranstaltung war ländlicheIndustriearbeit und landwirtschaftliche Gutshofarbeit in Ostösterreich. Ausder anfänglich bescheiden gedachten Photoausstellung zum Thema Guts-hofwirtschaft- der Titel hieß schließlich ,, Lebensbilder Meierhof. Photo-geschichten von Menschen und Maschinen abseits der Dörfer" wurdeschließlich eine sehr umfangreiche, hatte doch Josef Haubenwallner es inder Zwischenzeit nicht unterlassen können, für diese allererste Sonder-ausstellung in seinem Museum eine ca. 120 große Halle zu errichten, diees nun zu bespielen galt. Dieses Faktum bedeutete umfangreichere Literatur-und Bildmaterialrecherchen sowie ein Mehr an Gesprächen mit ehemaligenHofleuten, Verwaltern und Gutsbesitzern. Es bedingte gleichzeitig eineweitaus aufwendigere Ausstellungsgestaltung. Dennoch: Ein halbes Jahrspäter hingen die Bilder, waren die Bereichstexte auf den vorgesehenenTrägern affichiert und ein 100 Seiten starker Textband verfaßt.

5 Ein Freilichtmuseum zum Anfassen. Der Märtplatz im Dorfmuseum Mönchhofan der Arbeit. In: Märtblatt, 1999, S. 3-4 und Photoreportage.

6 Gertraud Liesenfeld( Hg. u. Ltg.): Lebensbilder Meierhof. Photogeschichten vonMenschen und Maschinen abseits der Dörfer. Texte und Bilder zur Ausstellungim Dorfmuseum Mönchhof vom 13. Juli bis 17. Oktober 1999( Mitteilungen ausdem Institut für Volkskunde der Universität Wien, H. 11). Wien 1999.