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Franz Kohlschein
ÖZV LV/ 104
1. ,, Von der Armenseelenandacht, und den vorigen Misbräuchen, sieauf Gottesäckern zu halten, nebst einer getreuen Schilderung dersich dabey ereigneten Auftritte.“
2. ,, Von dem gewöhnlichen Räucherngehen an dem Vorabend desChristtags, des neuen Jahrs, und der H. 3 Könige, nebst Gedankenüber die Entstehung dieses unnützen Gebrauches."
3. ,, Von der Weihnachtsmette, den ärgerlichen Auftritten, zu denensie Anlaẞ gibt, nebst Bemerkungen über die Nothwendigkeit dernächtlichen Andachten bey den ersten Christen, und Beweisen,daß sie in gegenwärtigen Zeiten unnöthig und schädlich seyen."4. ,, Ueber die Fasten, und den Ursprung der ersten Fasten. Beweise,daß sie unter den Aposteln freywillig war. Unsre gegenwärtigeArt zu fasten. Wunsch, daß sie wieder auf den Geist der erstenKirche möge zurückgeführet werden.“5. ,, Ueber die vorigen Büsserprozessionen nach Hernals 14. Wie es dabeizugieng. Bemerkungen über die sogenannten Leidenchristikomödi-en. Ueber die itzige Art in Hernals seine Andacht zu verrichten; undetwas über die um den Kalvarienberg aufgestellten Fraẞbuden."6. ,, Von der Kirchenmusik überhaupt. Gedanken über ihre unmaß-gebliche Entstehung und Ausartung. Beweise ihrer Schädlichkeit aufreine Andacht. Dann ein paar Worte über die Cäciliavesper, Kastra-tenstimmen, und Bravurarien von Operistinnen in Gotteshäusern."7. ,, Ueber die Ohrenbeicht. Wird von der Kirche entschieden. DieBeichtväter werden als Seelenärzte betrachtet, und dann untersu-chet, ob ihre Anzahl für die ungeheure Menge Patienten hinreiche,nebst Beweisen, daß viele aus ihnen die nothwendigen Eigen-schaften so eines Seelenarztes nicht besitzen, woraus dieNothwendigkeit fliesset, sie durch bessern Unterricht in Priester-häusern zu diesem schweren Amte geschickter zu machen.“8. ,, Ueber die Begräbnisse, und den grossen Esitozoll¹³, den wir derGeistlichkeit beym Ausgang aus der Welt entrichten müssen.Beweis, daß die Eitelkeit der Menschen selbst an diesen kostbarenTaxen Schuld sey. Ewas über das Gratisbegraben, und die Mine,die die Pfarrer dabey machen. Gründe zur Hoffnung, daß wir, dawir nun unentgeltlich zur Welt eingehen dürfen, einst auch ohneMauth werden hinausgehen können.“
14 Gemeint sind Kalvarienberg und Barockkirche im Wiener Bezirk Hernals.15 Es könnte sich um einen Schreibfehler für ,, Exitozoll" als Zoll zum Exitus, demAusgang des Lebens, handeln.