Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LV/ 104

grund. Eine Darstellung von Problemen in rechtlichen sowie organisatori-schen Bereichen folgte. Rataj möchte auf Grund von Gemeinsamkeiten odergemeinsamen Wurzeln ost- und mitteleuropäischer ethnographischer Muse-en Vorschläge für Kooperationen erarbeiten.

Rumänische ethnographische Museen verwalten zu Beginn des 21. Jahr-hunderts ein ,, wichtiges künstlerisches und dokumentarisches Erbe". Zu-sammen mit einem ,, lebendigen Volksleben" in ländlichen Gebieten siehtMagdalena Molnar( Bukarest) dieses Faktum als einen Arbeitsvorteil gegen-über westeuropäischen vergleichbaren Institutionen. Sie sprach von fehlen-dem Geld, von zu verbessernden Ausstellungsgestaltungen und betonte, daßbei sämtlichen Maßnahmen in Richtung größerer Öffentlichkeit nicht aufdie Sammlungen als inhaltliche Basis vergessen werden dürfe.

Svetlana Mitrovic( Belgrad) erhofft sich nach vielen Jahren minimalerKontakte einen Aufbau von Kooperationen und besserer Kommunikation.Sie sprach eine deutliche Sprache, wenn sie meinte, daß sich das Ethnogra-phische Museum in Belgrad von der Tagespolitik befreien und seine Unab-hängigkeit fordern sollte. ,, Menschen muß ein wahres und komplexes Ver-ständnis ihrer Herkunft erwachsen." Um dies zu erreichen, möchte ElenaBărbulescu( Cluj) den Weg langfristiger musealer Entwicklungsstrategienbeschreiten. Sie schlägt vor, an Stelle von statischen Ausstellungsproduk-tionen Inhalte programmatisch aufzurollen. Ein weiterer Bericht aus Lem-berg von Iryna Horban hatte u.a. die verschiedenen Forschungsinhalte undArbeitsperspektiven des Ethnographischen Museums als Teil des Ethnolo-gischen Instituts an der Nationalakademie zum Gegenstand.

Als Vertreterin des ASTRA Museums Complex war Adina Vărgatu( Si-biu) anwesend. Fast hundert Jahre alt, unter dem Kommunismus mit Verlusteiniger Sammlungsteile geschlossen, wurde das Museum 1963 wieder ge-öffnet, aber der echte Start fand erst im Jahr 1990 mit einer neuen Entwick-lungsstrategie statt.

Vor dem Hintergrund dieses Themenfächers wird es nicht schwer sein,zukünftige Tagungsinhalte festzulegen. Allerdings sollten diese auf ihreAnwendbarkeit in Hinblick auf deren Potential zur internationalen Zusam-menarbeit zugeschnitten sein.

Matthias Beitl