Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
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Chronik der Volkskunde

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ÖZV LV/ 104

Institutionen der betreffenden Länder durchgeführt wurden, weist nicht nurauf eine Schlüsselrolle der Museen in Wien und Kittsee hin, sondern ist inUmfang und inhaltlicher Vielfältigkeit beispielhaft. Eine solche Darstellungdient nicht dem Eigenlob, sondern vielmehr der Überprüfung der eigenenZielsetzungen und soll eine Visierhilfe für zukünftige Projekte sein. DieNachhaltigkeit, d.h. an Ausstellungen festgemachte Themen zu vertiefen,Forschungen anzuschließen, mit Hilfe von Kontakten zu Experten die ,, Ost-sammlung" des Wiener Museums aufzuarbeiten, insgesamt also eine dialo-gische Zusammenarbeit zu etablieren all das bedarf auch weiterhin einerengagierten Handlungsweise und sollte Programm für die Zukunft sein.Das Ethnographische Museum Schloss Kittsee hat sich im Verlauf vonrund 25 Jahren durch eine rege Ausstellungstätigkeit im Hinblick auf Mit-tel-, Ost- und Südosteuropa eine, seinen Möglichkeiten entsprechende,kompetente Position erarbeitet. Auch hier besteht allerdings noch Bedarf ander Weiterentwicklung von Inhalten. Eine Auflistung der durchgeführtenProjekte könnte die Konsequenz belegen, mit der man schon vor 20 Jahrenein erweitertes Europa dachte. Während dieser weiträumigen ost- und süd-osteuropäischen Ausstellungstätigkeit wurden vielfältige Themen in größe-rem und kleinerem gestalterischen Umfang präsentiert.

Wie gesagt, diese Selbstsicht soll der zukünftigen Arbeit dienen, welchedurchaus im Trend der ,, EU- Osterweiterung" liegen mag. Der musealenVolkskunde/ Europäischen Ethnologie eröffnen sich aber dabei einige Mög-lichkeiten der Neubewertung mehr als 100 Jahre alter Sammlungsbestände.Einen wesentlichen Schritt in diese Richtung stellt die Budapester Tagungdar. Wie so oft stehen dem Dialog abseits von Referaten und Vorträgensprachliche Probleme entgegen, um so mehr sollte daher der Prozess dergegenseitigen Kenntnisnahme gefördert werden.

Inhaltlich war das Treffen von Präsentationen der einzelnen Institutionen,deren Aktivitäten und Problemen geprägt. In der Abschlussdiskussion leuch-tete kurz die eine oder andere Idee für gemeinsame Projekte auf. ZoltánFejös kündigte ein follow up auf der Homepage des Budapester Museumsan, wobei alle Teilnehmer aufgefordert wurden, binnen kurzer Zeit das,, mission statement" ihrer jeweiligen Institution zur elektronischen Präsen-tation einzusenden. Nun, die Ergebnisse dieses Aufrufes sind nicht vorhan-den, zumindest- mangels gegenteiliger Erfahrung- schwer zu finden. Aberdas Treffen hat stattgefunden, eine Fortsetzung folgt und eine Themenstel-lung sollte wohl überlegt sein. Gleichsam zur Nachlese folgen nun Auszügeaus den einzelnen Beiträgen.

Konrad Vanja( Berlin) beschrieb die 1999 durch das Zusammengehen desDeutschen Museums für Volkskunde und der europäischen Abteilung desVölkerkundemuseums Berlin erfolgte Gründung des Museums der Europäi-