Aufsatz in einer Zeitschrift 
Volkskundliche Fotografie 1914 bis 1945
Einzelbild herunterladen
 
  

266

Ulrich Hägele

ÖZV LV/ 104

Abb. 1: ,, Vom Standpunkt Österreichs geeignete Propaganda". Albanische Frauenin Sonntagstracht, um 1916.

Aus: Österreichisches Museum für Volkskunde, Fotoarchiv, Inv. Nr. 4599.

berlandt dann 1917,, zu Propagandazwecken(...) im Volksbildungs-heim sowie im Volksheim zwei mit Lichtbildern ausgestattete Vorträ-ge über Volkskunde und Heimatsinn. Ein national- politischerAspekt der volkskundlichen Fotografie für die Öffentlichkeitsarbeitsollte in den folgenden Jahren zur wichtigsten Antriebsfeder für dasSammeln und Bewahren am Museum werden. So forderte etwa La-dislaus Hangel aus Budapest vom Wiener Volkskundemuseum Dia-material an. Der Volkskundler hatte in der ungarischen MetropoleLichtbildervorträge über Österreich organisiert, die ,, jedesmal bis aufden letzten Platz belegt gewesen waren. Es sei wichtig, so Hangel,,, vom Standpunkt Österreichs(...), an geeigneter Stelle mit der ge-eigneten Propaganda einzusetzen 10.

In der deutschsprachigen Volkskunde lassen sich während derZwischenkriegszeit in Bezug zum visuellen Medium drei wesentlicheHerangehensweisen fixieren: der ethnographische, der dokumentari-

9 Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für Volkskunde 1917. In: Öster-reichische Zeitschrift für Volkskunde, Jg. 24( 1918), S. 69.

10 Brief Ladislaus Hangel, Österreichische Lichtbildpropaganda( Budapest) an dasMuseum für Volkskunde Wien vom 6. Oktober 1930, Archiv ÖsterreichischesMuseum für Volkskunde, Photothek 1930.