Aufsatz in einer Zeitschrift 
Volkskundliche Fotografie 1914 bis 1945
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2001, Heft 3

Volkskundliche Fotografie 1914 bis 1945

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sowie vom ,, Gebrauch der Totenkronen". Dennoch ist davon auszu-gehen, daß sich mit Hilfe der volkskundlichen Fotografie sehr wohlDurchhaltewillen und Identifikationen mit Heimat erzeugen ließen.In diesem Sinne beliebt waren vaterländische Veranstaltungen, die inDeutschland und Österreich für ein städtisches Publikum organisiertwurden. Federführend hierbei taten sich in Berlin die Deutsche Ge-sellschaft für Volkskunde und in Wien der Verein für ÖsterreichischeVolkskunde hervor. So hat denn auch die Sammelaktivität im WienerMuseum nur geringfügig nachgelassen. Während in den Jahren 1910bis 1914 rund 1.500 Fotografien in das Inventarbuch eingetragenwurden, sind für die folgende Zeit bis 1918 etwa 1.300 Eingängeverzeichnet. Arthur Haberlandt, Kustos am Wiener Museum, Kriegs-freiwilliger und selbst volkskundlicher Fotograf, war im Sommer1916 mit zwei Kollegen zu einer mehrmonatigen ,, Kunsthisto-risch. Archäologisch. Ethnographisch.Linguistischen Balkanexpe-dition" nach Montenegro, Serbien und Albanien aufgebrochen. Fürderen Dauer und der anschließenden ,, Bearbeitung des gesammeltenMaterials" hatte ihn das k.u.k Armeekommando für sechs Monatevom Dienst befreit. Die mitgebrachten Objekte und Fotografienwurden bereits im Oktober 1916 im k.u.k. Österreichischen Museumfür Kunst und Industrie im Rahmen der ,, Ausstellung von Volksar-beiten aus den Balkangebieten präsentiert. Wahrscheinlich von Ar-thur Haberlandt selbst stammen Fotografien mit folkloristischen Mo-tiven aus Albanien wie ,, Komiten von den Banden des KapitänsMustafa" ,,, Bauernfrauen in ihrer Sonntagstracht und, Zum siegrei-chen Vordringen der Öst. Ung. Truppen in Albanien. Strassenbild ausdem wiedereroberten Berat". Mit den Fotografien veranstaltete Ha-5 Höfler, Max: Friedhofskröten. In: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, Jg. 25( 1915), Heft 1 und 2, S. 123-126; Lauffer, Otto: Der volkstümliche Gebrauchder Totenkronen in Deutschland. In: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde,Jg. 26( 1916), Heft 3 und 4, S. 225-246.

6 Brief Ministerium für Kultus und Unterricht, 12. August 1916, Archiv Österrei-chisches Museum für Volkskunde, Altregistratur M 16.

7 Mitteilung des k.u.k. Armeekommando vom 20. Juli 1916, Archiv Österreichi-sches Museum für Volkskunde, Altregistratur M 16. Fähnrich Arthur Haberlandtwurde am 4. November 1915 bei Trebinje/ Montenegro am Auge und im Januarein zweites Mal verwundet. Vater Michael Haberlandt versuchte daraufhin eineDienstfreistellung zu erreichen. Vgl. Brief Michael Haberlandt an das hoheFestungskommando der Festung Trebinje, 15. November 1915. Archiv Österrei-chisches Museum für Volkskunde, Altregistratur M 1.

8 Fotoarchiv Österreichisches Museum für Volkskunde Wien, Nr. 4592, 4599, 4600.