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Johannes Moser
ÖZV LV/ 104
sche Ausbildungszentrum erhalten Zulauf aus ganz Österreich. Soclever und erfolgreich diese zur Strategie mutierte Taktik auch ist, siesicherte ,, nur" die Stellen jener Lehrer, die bereits ein garantiertesAnstellungsverhältnis hatten. Junge Lehrer haben davon wenigerprofitiert, wie das Beispiel von Gerlinde Gruber zeigt, die seit derGeburt ihrer Tochter vor einigen Jahren keine Stelle mehr erhielt undsich als alleinerziehende Mutter durchs Leben schlagen muß.
Im folgenden möchte ich zu jenen Initiativen übergehen, die alsTaktiken verstanden werden können, auch wenn die Grenzen manch-mal fließend sind. Wie schon bei der Idee des Seminarhotels und derDurchführung der Sommeruniversitäten angesprochen, setzen ver-schiedene Akteure in Eisenerz ihre Hoffnung auf den Bereich vonWissen und Wissensvermittlung, was im weitesten unter jene Rubrikfällt, deren Vertreter heute als Symbolanalytiker oder Wissensarbei-ter58 bezeichnet werden. Im Amtshaus, dem ehemaligen Sitz derVerwaltung der Voest- Alpine, sind heute eine Reihe von Initiativenuntergebracht, die in diese Richtung arbeiten. Der Verein SteirischeEisenstraße setzt- im Verbund mit anderen Gemeinden, die in frühe-ren Zeiten vom Abbau und der Verarbeitung des Erzes profitierthaben Aktivitäten im kulturellen und touristischen Bereich. Dabeispielt die Nutzung endogener( Human-) Ressourcen eine bedeutendeRolle, will man doch nicht Konzepte von außen der Region überstül-pen, wie dies in einigen anderen Fällen geschehen ist, sondern dieMenschen vor Ort in die Konzeption mit einbinden. Im gleichen Hauslogiert das Projekt@ fter- mining, das unter anderem von der Euro-päischen Union gefördert wird und unter Leitung einer jungen Aka-demikerin, die diese Idee gemeinsam mit anderen Leuten vor Ortgeboren hat, Konzepte für eine Zukunft ,, nach dem Bergbau" entwirftund dabei mit anderen von Deindustrialisierung betroffenen Regio-nen in Schweden und Finnland kooperiert. Über die Möglichkeitender Neuen Medien wurden auf internationaler Ebene gemeinsameWebpages erstellt, die die Regionen und ihr Entwicklungspotentialpräsentieren, auf lokaler Ebene wurden Weiterbildungskurse angebo-ten, Beschäftigungsprogramme ventiliert und versucht, einen Ausbil-dungsbetrieb im touristischen Bereich auf die Beine zu stellen.59
57 Vgl. Oberbeck, Herbert: Die Entwicklung der Arbeit in der Dienstleistungsge-sellschaft. In: Altvater( wie Anm. 27), S. 133–154.
58 Vgl. Stehr( wie Anm. 26).
59 Dieses Projekt ist mittlerweile ausgelaufen, wie ich gehört habe.