2001, Heft 2
@ftermining
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größte Teil von ihnen hätte in ihrem Leben nie Verantwortung fürandere tragen müssen, deswegen fehle ihnen der Weitblick.
Diese Bilder werden auch in verschiedenen Studien transportiert,die hauptsächlich den Tourismus als eine Chance sehen, die Krise zuüberwinden. Dem stehe jedoch die ,, Bergbaumentalität“ im Wege,deretwegen man sich mit einer Dienerrolle, die mit dem Fremdenver-kehr verbunden sei, nicht anfreunden könne. 48 Die Verantwortlichenin Eisenerz und jene, die gerne verantwortlich wären, haben diese undähnliche Studien verinnerlicht, die Szenarien wurden mir von unter-schiedlichen Personen immer wieder erzählt, meist ohne eine Angabeder Quelle, sondern so, als hätten die Leute all diese Überlegungenselbst entworfen.
Strategien und Taktiken
Nach Foucault kann die Bestimmung der Diskurse Machtverhältnisseetablieren oder stabilisieren. Ebenso hat er gezeigt ,,, daß es im Kernder Machtverhältnisse als deren ständige Existenzbedingung das Auf-begehren und die widerspenstigen Freiheiten gibt“, es existiert ,, keinMachtverhältnis ohne Widerstand, ohne Ausweg oder Flucht, ohneeventuelle Umkehrung“.49 Aus meiner Perspektive sind die Strategienund Taktiken wichtig, wie auf der praktischen Ebene in Eisenerz mitder Krise umgegangen und damit implizit auf die herrschenden Dis-kurse reagiert wird. Dabei, soviel möchte ich vorausschicken, sindnicht bzw. nicht nur jene Aktivitäten erfolgreich, die in den hegemo-nialen Diskursen vorgegeben werden. Ich lehne mich im folgendenan Ausführungen von Michel de Certeau an, der die ,, Aktivitäten vonVerbrauchern" präsentiert und die angebliche Passivität und Anpas-sung durch die Darlegung der listenreichen Handlungsweisen vonMenschen widerlegt.50
48 Vgl. Knoth, Ernst, Georg Schadt: Was kommt nach dem Erzberg? Szenarien zurOrtsentwicklung von Eisenerz. Wien 1991, S. 71.
49 Foucault, Michel: Wie wird Macht ausgeübt? In: Foucault, Michel, Walter Seitter:Das Spektrum der Genealogie. Bodenheim o.J.. S. 29-47, hier S. 45.
50 Certeau, Michel de: Kunst des Handelns. Berlin 1988(' 1980). Diese Perspektivehat Tradition, wie die Diskussionen um den ,, Eigensinn“ oder einige Studien derfrühen Cultural Studies belegen. Vgl. u.a. Lüdtke, Alf: Eigen- Sinn. Fabrikalltag,Arbeitererfahrungen und Politik vom Kaiserreich bis in den Faschismus. Ham-burg 1993.