Aufsatz in einer Zeitschrift 
Heimat und Globalisierung
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2001, Heft 2

Heimat und Globalisierung

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vor dem Christbaum an Dreikönig: er nadelt und muß entsorgt wer-den.

Heimat macht also, alles in allem, keine allzu gute Figur; und wennwir sie antreten lassen gegen Globalisierung, dann sieht dies aus wieein Wettspiel zwischen FC Amstetten und Real Madrid, oder allge-meiner ausgedrückt: wie ein Tintenfaß neben einem modernen Rech-ner. Aber vielleicht sind dabei ja auch falsche Vorstellungen imSpiel nach beiden Richtungen.

Im Zusammenhang mit den Raumproblemen der Museen( also derüblichen Enge) schreibt Fielhauer, wenn Heimat scheinbar auch nurein kleiner Ausschnitt dieser Welt sei, so sei sie doch wieder eineganze Welt und von der großen nicht zu trennen. Das weist in dierichtige Spur. Ich verfolge sie mit Hilfe einer kleinen Anekdote: Alsin Stuttgart nach dem Krieg die ersten Straßenbahnen wieder fuhren,saß eine ältere Frau einem Farbigen gegenüber. Es war ein amerika-nischer Soldat in Zivil. Die Frau starrte ihn ununterbrochen an;schließlich, kurz vor dem Aussteigen fasste sie sich ein Herz undfragte: Sie sind aber net von hier? Der Amerikaner verstand und sagtelachend: Nein. Darauf die Frau: Drum!

Dies ist sicher eine Wanderanekdote; allerdings passt sie bessernach Stuttgart als nach Wien, weil hier schon immer viele Menschenlebten, die nicht von hier waren. Aber es gilt wohl generell, dass trotzallen Einflüssen von außen die Dörfer, kleinen Städte und Stadtviertelals weithin auf sich gestellte Einheiten erfahren wurden, als Einheitenmit einem relativ geschlossenen Horizont. Mit einer nur leichtenZuspitzung könnte man sagen: Die Heimat war die Welt.

Inzwischen sind die früher festen Horizonte durchbrochen; dieWege in die Welt sind vielfach zwingender und auch bequemergeworden, die Welt dringt über die Medien in jedes Wohnzimmer, undtausend Fäden verknüpfen jede Einzelexistenz mit internationalenGegebenheiten. Die Globalisierung ist nicht nur ein Faktum, mit demWirtschaftsmanager und andere ,, global players zu rechnen haben;es reicht in den individuellen Erfahrungsbereich aller hinein, spürbarzum Beispiel in jedem Supermarkt, wo ein Warenangebot aus allenKontinenten präsentiert wird und wo Bananen und Orangen wegender ökonomischen Disparitäten auf der Welt bekanntlich oft billigersind als heimische Äpfel.

In einer Gesellschaft, in der Informationen und Impulse in Sekun-denschnelle über den Globus jagen, in der Kommunikation über die