Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Einzelbild herunterladen
 

2001, Heft 1

Chronik der Volkskunde

45

le, der Bereitstellung von Entscheidungsdaten, der Intensivierung der Mu-seumsstatistik, in einer gezielten Subventionsvergabe und der Erstellungeines ,, musealen Raumordnungsplans". Die einzelnen Bundesländer könn-ten verstärkt Beratung durch das jeweilige Landesmuseum bieten, eine Eingreiftruppe( bestehend aus Museologen, Architekten, Restauratorenetc.) beschäftigen, die Zusammenarbeit der ,, kleinen Museen fördern, einlangfristiges Landes- Museumskonzept erstellen sowie zusätzlich durch ge-zielte finanzielle Förderung steuern. Im Aufgabenbereich der Museumsver-bände wiederum läge die bundesweite Kooperation untereinander, die Zu-sammenarbeit mit dem Land sowie die Verbindung mit dem Tourismus, dieAbstimmung der Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkte und die För-derung der Qualifikation der( bezahlten wie ehrenamtlichen) Museumsbe-schäftigten. Abschließend stellte Georg Hanreich( sich) die Frage, was denndie Zukunft der Museen sichern könne: In seiner Antwort nannte er die Aus-und Weiterbildung der Museumsmitarbeiter/ innen, die Kooperation mitMuseen im In- und Ausland, mit Schulen und Universitäten sowie mitWirtschaft und Tourismus, weiters die Nutzung neuer Technologien undgezieltes Sammeln.

"

Im Anschluss waren Statements der kleinen Museen unter dem Motto, Was uns am Herzen liegt gefragt: Alexandra Viehauser präsentierte denVerein ,, MuSiS- Museen und Sammlungen in der Steiermark" als Beratungs-,Ausbildungs- und Vernetzungsinstitution der kleinen Museen. Johann Sag-meister alias ARAMIS vom Schloss Lind in Neumarkt/ Steiermark philoso-phierte eindrucksvoll über Musen und Museen. Veronika Plöckinger stelltedas Ethnographische Museum Schloss Kittsee und das Dorfmuseum Mönch-hof als zwei Beispiele musealer Entwicklung im Nordburgenland vor. Ab-schließend berichtete Walter Thaler vom Fasnacht- und Heimatmuseum Telfs/Tirol und von den alltäglichen Sorgen und Problemen eines Regionalmuseums.Der erste Tag endete mit der Besichtigung des Klosters Und mit Weinverko-stung und Abendessen auf Einladung des Museumsbundes.

Den überaus dichten zweiten Tag eröffnete Wilfried Seipel mit einemStatement zum ,, Wildwuchs" auch bei den ,, großen Museen, wo Neubautenoder Neugründungen der( politischen) Selbstdarstellung bzw. Denkmalset-zung dienen. Darin sieht er den Grund für die Schwerpunktsetzung aufAusstellungshallen ohne musealen Anspruch. Dadurch sei auch eine unfrei-willige Konkurrenzsituation im Kampf um die Besucher/ innen entstan-den. Seipel plädiert für ein entsprechendes Selbstbewusstsein der Museengegenüber den Kunsthallen frei nach einem Songtitel ,, we are the museums".

Günter Düriegl( Direktor des Historischen Museums der Stadt Wien)führte den Reigen der musealen Situationsdarstellungen der einzelnen Bun-desländer an mit einem Überblick über die Aufgaben der Magistrats-